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Rückenschmerzen seien ein Symptom, aber keine Krankheit – das hören sehr häufig Patienten, die mit Rückenschmerzen zum Arzt gehen. Denn in den meisten Fällen haben die Rückenschmerzen keine physische Ursache, sondern sie sind Folge einer anderen Erkrankung. In den allermeisten Fällen haben Rückenschmerzen sowohl körperliche als auch seelische Ursachen. Wir wollen Ihnen hier ein paar Informationen geben, wie Sie Ihre Wirbelsäule aufrecht durch den Tag begleitet und wie Sie sie beweglich halten und entlasten können.
Wer nach den Ursachen für Rückenschmerzen fragt, bekommt viele verschiedene Antworten: Mal hat sich der Patient einseitig bewegt, oder besser nicht bewegt und z.B. stundenlang am PC gesessen. Mal schoss der Schmerz beim schweren Heben ins Kreuz. Dann ist ein Bandscheibenvorfall oder eine Nervenentzündung schuld an den Schmerzen. Auch Skeletterkrankungen wie „Morbus Scheuermann“ können Beschwerden im Rücken verursachen. Meistens lässt sich die Ursache trotz modernster Diagnosetechniken nicht eindeutig feststellen.
Inzwischen hat sich die ärztliche Meinung durchgesetzt, dass die Psyche einen großen Anteil an den Ursachen von Rückenschmerzen hat. Experten gehen davon aus, dass die Schmerzen einen körperlichen Auslöser haben, der dann durch psychische Faktoren verstärkt wird.
Auch beim Behandeln der Schmerzen scheint die Psyche einen Einfluss darauf zu haben, ob der Rückenschmerz ganz von alleine verschwindet oder chronisch wird. Denn man hat festgestellt, dass Menschen, die unter Depressionen leiden, ein erhöhtes Risiko für Rückenschmerzen haben. Auch z. B. Stress oder eine ungeliebte Arbeit erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Kreuzschmerzen.
Um Rückenschmerzen individuell richtig zu behandeln, müssen im Gespräch mit Ihrem Arzt zunächst einmal folgende Fragen geklärt werden:
Erst dann werden die ersten Behandlungsschritte in Zusammenarbeit mit Fachärzten und spezialisierten Therapeuten geplant.
In den letzten Jahren hat sich in der Behandlung von Rückenschmerzen die Erkenntnis durchgesetzt, dass der langfristige Effekt einer Operation häufig nicht besser ist als bei einer konservativen, nicht-operativen Behandlung. Nur dann, wenn Taubheitsgefühle, Schmerzen, Schwäche oder Lähmungen in den Beinen auftreten oder sogar einige Organe nur eingeschränkt funktionieren, kann individuell zu einer Operation geraten werden.
Wenn nicht operiert werden soll, werden verschiedene Therapieformen gemeinsam zu einer deutlichen Besserung der Rückenbeschwerden führen. Dazu zählen u.a.
Die Kombination von mehreren Therapieformen hat einen sehr viel höheren Effekt als die einzelnen Therapien allein. Diese Therapiekombination wird sogar noch effektiver, wenn sie durch Verhaltenstherapie zur Schmerzlinderung ergänzt wird. Einen großen Effekt hat auch eine Gewichtskontrolle bzw. Gewichtsreduktion. Denn wenn weniger Gewicht auf dem Muskel-Skelett-System liegt, werden die Knochen, Gelenke, Muskeln und Bandscheiben entlastet und können sich langfristig erholen.
| Unser Buchtipp |
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Angaben zum Buch: Sabine Keller „Das Rückenbuch“, 256 Seiten, Format: 17,1 x 23,1 cm, ISBN: 978-3-86851-115-4, 19,90 Euro |
Rückenschmerzen tauchen häufig zusammen mit Muskelverspannungen auf, die den Schmerz verstärken können. Daraus kann Schmerzkreislauf entstehen, denn wenn einzelne Muskelbereiche angespannt sind, ziehen andere Muskelbereiche nach und spannen ebenfalls an. Wenn es dann an der notwendigen Entspannung fehlt, können nicht nur kleine Muskeln sondern auch größere Muskelflächen oder fast der gesamte Rücken verspannt und versteift sein. Wenn die Schmerzen als zu stark empfunden werden, nimmt der Körper oft in eine Abwehr- und Schonhaltung ein: Es entsteht eine Fehlhaltung, die weitere Muskelverspannungen erzeugt.

Die IKK Nord bietet in ihren regionalen Präventionscentern u.a. Kurse zum Erlernen von Entspannungstechniken, z.B. die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, an. Die Entspannungskurse können sowohl von Personen mit Beschwerden als auch von Gesunden zur Vorbeugung genutzt werden.
Die wichtigste Regel lautet: Bleiben Sie aktiv und bewegen Sie sich, wo immer es geht. Nehmen Sie z.B. die Treppe statt des Aufzuges. Wenn Sie sitzen, wechseln Sie ab und zu die Sitzposition. Gehen Sie öfter mal zu Fuß – und dabei bewegen Sie Ihre Arme bewusst mit. Sie sorgen dafür, dass die Wirbelkörper gegeneinander bewegt werden und die kleinen Muskeln zwischen den Wirbeln in Bewegung geraten. Die Bewegung sorgt dafür, dass sie gut durchblutet werden und entspannen können.
Auf der folgenden Seite haben wir für Sie ein paar Übungen vorbereitet. Wenn Sie die in Ihren Alltag einbauen, dann stärken Sie Ihren Rücken und beugen zukünftigen Rückenbeschwerden vor.
Zusätzlich haben wir hier noch ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie in ganz alltäglichen Situationen Ihre Wirbelsäule entlasten und beweglich halten. Dabei sehen wir den Körper als Ganzes: Wenn an einer Stelle eine Verspannung auftritt, setzt sie sich zumeist in kurzer Zeit in den Rest des Körpers weiter fort. So sorgen z.B. verspannte Wadenmuskeln für eine Verspannung im Hals- und Schulterbereich!
Unser Fazit ist, es gibt keine richtigen oder falschen Bewegungen. Sie können auch kleinere Gegenstände mit gestreckten Knien vom Boden aufheben und sollten sich auch im Sitzen ab und zu drehen. Trauen Sie sich, Ihr Rücken sagt Ihnen schon, wann es ihm zuviel wird!
Unser wichtigster Tipp gegen Rückenschmerzen lautet „Bewegung – Bewegung – Bewegung“. Selbst „in kleinen Dosen“ sorgt Bewegung dafür, dass die Muskeln arbeiten. Und wenn die Muskeln während der Bewegung immer mal wieder angespannt und gelockert werden, haben sie gar keine Gelegenheit zu verspannen. Im Alltag ist der häufigere Positionswechsel beim Sitzen und Stehen, die Treppe statt des Aufzuges zu nehmen und der kurze, flotte Spaziergang, wenn man eine Haltestelle früher als normal aus dem Bus steigt.
Sportarten, die geeignet sind, Rückenschmerzen vorzubeugen bzw. akute Rückenschmerzen zu beheben, sind u.a. folgende:
Von der AGR – Aktion gesunder Rücken e.V. – wurden folgende Übungsanleitungen zur Vorbeugung von Rückenbeschwerden erstellt und Ihnen zum Download zur Verfügung gestellt:
Wenn Sie sich über Rückenbeschwerden und über die Behandlung von Rückenbeschwerden noch weiter informieren möchten, stehen Ihnen u.a. die folgenden Webseiten zur Verfügung:
Ihre Fragen beantworten unsere Kundenberater in den Servicecentern der IKK Nord gerne persönlich oder am Telefon (Kontaktdaten). Oder Sie senden einfach eine
verschlüsselte E-Mail mit dem vorbereiteten Kontaktformular.