#diagnosenorddeutsch Hautpflege

Expertentipps zur Hautpflege

Schematische Darstellung der menschlichen Haut - Fotohinweis: © Christoph Burgstedt stock.adobe.com

Häufiges Waschen und Desinfizieren in Coronazeiten

Das Expertenteam der IKK Nord erreichen immer wieder Fragen, was man Gutes für seine stark beanspruchten Hände tun kann. In Zeiten des Coronavirus kursieren die unterschiedlichsten Pflegehinweise zu Hygiene und Hautpflege. Um Viren von der Haut zu entfernen, muss sie gründlich gewaschen werden. Zusammen mit dem Dermatologen-Verband Deutschland (BVDD) und dem Münchener Hautarzt Dr. Liebich erklären wir, was beim Waschen passiert, warum Desinfektionsmittel nicht nötig sind und welche Inhaltsstoffe die Haut pflegen.

Belastungsfaktor häufiges Händewaschen

Einige Viren, darunter auch das Coronavirus (SARS-CoV-2 / Covid-19), sind von einem Lipidmantel, also einem Fettmantel, umhüllt. Seife und Reinigungsmittel haben die Eigenschaft, Fette zu lösen. Sie greifen den Lipidmantel der Viren an und können diese dadurch inaktivieren. Das wiederholte Händewaschen ist deshalb derzeit kaum zu vermeiden. Auf Dauer führt das allerdings zu gereizter oder trockener Haut, da die Fette der obersten Hautschicht (Epidermis) auch angegriffen werden.

Folgen des Händewaschen

Die Epidermis ist die äußerste Schutzschicht der Haut und gleicht einer Art "Schuppenstruktur". Sie verhindert den Verlust von Feuchtigkeit und das Eindringen von Keimen, chemischen Stoffen oder Umwelteinflüssen in die Haut.

Beim Waschen mit Seife legen sich die darin enthaltenden waschaktiven Substanzen (Tenside) um die Lipide (Fette) der Haut und lösen diese ab. Wird das natürliche Hautfett durch das Waschen übermäßig oft entfernt, braucht die Haut sehr lange, um zu regenerieren. Auf lange Sicht greift das den natürlichen Hautschutz an.

Die Folge: Die Haut verliert Feuchtigkeit und kann trocken, rissig oder auch faltig werden und ein unangenehmes Spannungsgefühl tritt auf. Um den Hautschutz künstlich wieder herzustellen und die Regeneration der Haut zu unterstützen, sind Pflegeprodukten mit speziellen Inhaltsstoffen zu empfehlen.

Hautpflege mit Urea

Trockene Haut bedarf einer besonders reichhaltigen Pflege. Urea, zu Deutsch Harnstoff, ist dabei gut geeignet. Wir erklären, warum das so ist:

Harnstoff wirkt feuchtigkeitsregulierend. Er zieht Feuchtigkeit aus der Luft und bindet sie in den obersten Schichten der Haut. Von Natur aus entstehen im Mensch beim normalen Stoffwechselvorgang Abbauprodukte. Harnstoff wird zusammen mit überschüssigen Salzen und Wasser über Nieren, Lunge, Darm und Haut ausgeschieden. Auf die Haut gelangt der Harnstoff zusammen mit Schweiß.

Früher wurde Harnstoff aus Pferdeurin gewonnen, heutzutage wird er künstlich hergestellt und ist geruchsneutral. Für normale und leicht trockene Haut empfehlen Hautärzte einen Ureaanteil von fünf Prozent in Pflegeprodukten, für sehr trockene Haut sollten 10 Prozent und mehr enthalten sein. Das gilt zum Beispiel für Neurodermitispatienten, bei denen die Hautbarriere und das Immunsystem gestört sind. Regelmäßige Pflege kann die Haut bei der Regeneration unterstützen und den Hautzustand stabilisieren.

Linolsäure im Essen

Der zweite zur Pflege geeignete Inhaltsstoff ist die Linolsäure. Sie gehört zu den zweifach ungesättigten Fettsäuren und unterstützt den Körper bei der Ceramidbildung. Ceramide sind Fette, die die Hautbarriere aufbauen. Sie sind ein natürlicher Hautbestandteil der obersten Schicht in der Epidermis, der Hornschicht. Es gibt insgesamt neun verschiedene Cermaide, von denen das Ceramid I den höchsten Gehalt an Linolsäure aufweist.

Linolsäure kann aber nicht nur von außen mit Pflegeprodukten aufgenommen werden. Sie ist Bestandteil vieler Nahrungsmittel. Dazu gehören Nüsse, Hanf-, Distel-, Oliven-, Nachtkerzen- oder Traubenkernöl. Drei einfache Ideen, um Walnusskerne in Ihren täglichen Essensplan aufzunehmen, finden Sie am Ende dieses Artikels.

Handcreme

Die einfache Formel lautet: Wer oft wäscht, muss auch viel pflegen! Dabei sollten die Hände zwischen dem Waschen regelmäßig dick eingecremt werden.

Um die Wirkung zu verstärken, können dünne Baumwollhandschuhe auf die frisch eingecremten Hände gezogen werden. So geht weniger vom Produkt verloren und die Creme kann ohne Probleme in die Haut einziehen.

Ein Tipp: Beim Putzen die Baumwollhandschuhe unter die Gummihandschuhe ziehen. Die Haut wird dann nicht nur vor den aggressiven Reinigungsmitteln geschützt, sondern gleichzeitig gepflegt.

Desinfektionsmittel in Ausnahmefällen

Auch der Münchener Hautarzt Dr. Liebich, der Mitglied ist im Experten-Kreis Stiftung Gesundheit, rät Normalverbrauchern von Desinfektionsmitteln ab: "Es ist absolut ausreichend, die Hände mit einer normalen Seife zu waschen." Desinfektionsmittel kann die Haut außerdem stark reizen und zu Allergien führen. Darum sollte man nur darauf zurückgreifen, wenn man beispielsweise unterwegs keine Möglichkeit zum Handwaschen hat.

Menschen in medizinischen Berufen sind dagegen auf Desinfektionsmittel angewiesen. Wegen des schnellen Wechsels zwischen verschiedenen Patienten reicht die Zeit nicht immer für eine ausgiebige, mindestens 30-sekündige Handwäsche. Für den normalen Verbraucher reicht Seife demnach völlig aus.

#diagnosenorddeutsch Ernährungstipp

Schutz und Schönheit für die Haut mit Walnüssen

Auch mit der Ernährung kann man etwas für seine Haut tun, erklären die Ernährungsexperten der IKK Nord. Für die Schönheit und den Schutz der Haut von innen bieten sich Walnüsse an. Sie enthalten viel Linolsäure, die die Haut vor dem Austrocknen schützt sowie wichtige Mineralstoffe und Vitamine. Als Tipp empfehlen sich drei alltagstaugliche und leckere Varianten der Zubereitung:

  1. Die Haut freut sich, wenn Sie täglich eine Handvoll Walnusskerne als Zwischenmahlzeit zu sich nehmen. Ein netter Nebeneffekt: Die Walnusskerne bremsen auch den Heißhunger auf Süßes.
  2. Wer zum Frühstück gerne etwas Abwechslung mag, kann gehackte Walnusskerne übers Müsli oder den Salat streuen. Auch zu Joghurt passen Walnüsse sehr gut.
  3. In der schnellen Küche können Pastafans die Sauce ganz einfach mit Rucola und gehackten Walnusskernen verfeinern.

Sollten Sie weitere Beratung zum Thema Ernährung wünschen, so kontaktieren Sie bitte die Experten der IKK Nord-Präventionscenter.

#diagnosenorddeutsch: aktuelle Gesundheitsthemen

Im Rahmen von #diagnosenorddeutsch behandelt die IKK Nord Gesundheitsthemen, die für die Menschen im Norden jetzt wichtig sind und geben Tipps, die im Alltag einfach umzusetzen sind.

Fotohinweis: © Christoph Burgstedt stock.adobe.com (Heroimage Seitenkopf), © bilderzwerg stock.adobe.com (Absatz "Das passiert beim Waschen"), © Mexrix stock.adobe.com (#diagnosenorddeutsch Ernährungstipp)

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