Kinderkrankengeld

Kinderkrankengeld

Wird ein Kind krank, soll es möglichst schnell wieder gesund werden. Sind die Eltern berufstätig, besteht für die Tage, an denen das Kind zuhause gepflegt werden muss, Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Kinderkrankengeld auch bei pandemiebedingter Betreuung des Kindes Anspruch im Jahr 2021 erweitert

Das GWB-Digitalisierungsgesetz sieht für das Kalenderjahr 2021 einen erweiterten Anspruch auf Kinderkrankengeld vor.
Das Gesetz tritt rückwirkend zum 5.1.2021 in Kraft und erweitert den Anspruch im Kalenderjahr 2021
  • für jedes Kind längstens auf 20 Arbeitstage,
  • für alleinerziehende Versicherte längstens auf 40 Arbeitstage.
Der Anspruch besteht für Versicherte für
  • nicht mehr als 45 Arbeitstage,
  • für alleinerziehende Versicherte für nicht mehr als 90 Arbeitstage.
Der Anspruch auf Kinderkrankengeld (§ 45 Abs. 2a SGB V) besteht im Jahr 2021 auch in den Fällen, in denen die Betreuung des Kindes erforderlich wird, weil pandemiebedingt von der zuständigen Behörde
  • die Kinderbetreuungseinrichtung (Kita), Schule oder Einrichtung für Menschen mit Behinderung zur Verhinderung der Verbreitung von Infektionen oder übertragbaren Krankheiten auf Grund des Infektionsschutzgesetzes vorübergehend geschlossen ist
  • für die Klasse oder Gruppe ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde,
  • Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert werden,
  • die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt ist,
  • der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wurde,
  • empfohlen wird, vom Besuch des Kindes einer der genannten Einrichtungen abzusehen.
 

Voraussetzungen

  • Das Kind hat das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet (bei behinderten Kindern gilt die Altersgrenze nicht).
  • Der Arzt bescheinigt, dass das erkrankte Kind Pflege benötigt.
  • Eine andere im Haushalt lebende Person kann die Betreuung nicht übernehmen.
  • Für die Eltern entsteht wegen unbezahlter Freistellung von der Arbeit ein Verdienstausfall. Wird die Freistellung dagegen aufgrund vertraglicher Vereinbarung (z.B. Tarifvertrag) bezahlt, existiert kein Anspruch auf Kinderkrankengeld. Geringfügig Beschäftigte, die bei dem Ehepartner mitversichert sind, haben ebenfalls keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld.
  • Das Kind ist gesetzlich krankenversichert (familienversichert oder Mitglied).

Dauer des Kinderkrankengeldes

Bei Erkrankung eines Kindes erhält jedes Elternteil pro Kalenderjahr bis zu zehn Arbeitstage Kinderkrankengeld, bei mehreren Kindern längstens 25 Arbeitstage.

Alleinerziehende haben Anspruch auf maximal 20 Arbeitstage bei Erkrankung eines Kindes, insgesamt höchstens 50 Arbeitstage pro Kalenderjahr für alle Kinder.

Sonderregelungen gelten für Eltern, deren Kind schwerstkrank ist.

Höhe des Kinderkrankengeldes

Das Kinderkrankengeld wird ab dem ersten Tag gezahlt, an dem ein Elternteil der Arbeit fernbleibt. Der Anspruch endet, wenn das Kind während der Erkrankung das 12. Lebensjahr vollendet.

Es werden 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes gezahlt. Sofern in den vorangegangenen 12 Kalendermonaten Einmalzahlungen geleistet wurden, erhöht sich die Leistung auf 100 Prozent der Nettobezüge. Das Kinderkrankengeld darf jedoch 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze (2020: 156,25 EUR) in der Krankenversicherung nicht übersteigen. Im Jahr 2020 liegt die Höchstgrenze für das Kinderkrankengeld somit bei 109,38 EUR. Aus dem ermittelten Kinderkrankengeld werden Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung gezahlt.

Möchten Sie Kinderkrankengeld beantragen, beantworten Sie bitte die Fragen auf der vom behandelnden Arzt ausgestellten Bescheinigung (diese erhalten Sie vom behandelnden Arzt) und senden diese an die IKK Nord. Ihr Arbeitgeber übermittelt uns die Verdienstbescheinigung zur Berechnung des Krankengeldes. Sobald uns alle Unterlagen vorliegen, prüfen wir Ihren Anspruch.

Fotohinweis: © Wavebreakmedia ltd panthermedia.net

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