Darmkrebs

Darmkrebs

Frühzeitig zu erkennen und gut zu behandeln

Darmkrebs ist diskret. Bevor er sich als - tödliche - Krankheit bemerkbar macht, wächst er im Stillen, ohne Schmerzen zu verursachen, im Dickdarm. Wenn er dann erkannt wird, ist häufig eine umfangreiche Therapie, meist mit Chemotherapie und Operationen notwendig. Dem können Sie vorbeugen.

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in den Industriestaaten und tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen als die zweithäufigste Krebsart auf. Bei den Männern führt der Prostatakrebs die Statistik an, bei Frauen Brustkrebs. In Deutschland erkranken jährlich über 73.000 Menschen an Darmkrebs. Aufgrund guter Vorsorge und erfolgreicher Behandlung sinkt jedoch die Sterblichkeit kontinuierlich. Darmkrebs tritt überwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf und ist in hohem Maße vom persönlichen Lebensstil abhängig.

Welche Risikofaktoren für Darmkrebs sind bekannt?

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung von Darmkrebs begünstigen:

  • Darmpolypen (Adenome) - Polypen sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut - sind die Ausgangsbasis für etwa 90% der Neuerkrankungen an Darmkrebs.
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, sind ebenfalls die Basis für ein erhöhtes Darmkrebsrisiko.
  • Bewegungsmangel, Übergewicht, langjähriger Alkohol- und Nikotinkonsum schwächen das Immunsystem im Allgemeinen und erhöhen das Risiko für viele verschiedene Krankheiten - auch für Darmkrebs.
  • Die Ernährung ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von Darmkrebs: Der häufige Konsum von Fleisch und tierischen Fetten, sowie eine ballaststoffarme Kost (wenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte) scheinen das Darmkrebsrisiko zu erhöhen.
  • In etwa 10 bis 15% der Fälle sind genetische Faktoren für die Entstehung von Darmkrebs verantwortlich. Dazu zählen vererbbare Darmpolypen (familiäre, adenomatöse Polyposis) oder Darmkrebs in der Familie.
  • Wenn jemand in der Familie - also Eltern, Geschwister oder Kinder - Darmkrebs hat oder hatte, ist das Risiko, ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken zwei- bis dreifach erhöht. Ein zusätzliches Risiko besteht dann, wenn bei dem erkrankten Familienmitglied der Krebs vor dem 60. Lebensjahr aufgetreten ist.

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Wie kann Darmkrebs erkannt werden?

Die Symptome bei Darmkrebs sind oft uncharakteristisch. Wer keine Schmerzen verspürt, nimmt die ersten Anzeichen unter Umständen gar nicht war. Erste Anzeichen können sein:

  • Die Stuhlentleerung ändert sich in Art und Häufigkeit. Wenn sich speziell im Alter über 40 Jahre Veränderungen bemerkbar machen. So muss für lang anhaltende Verstopfung oder Durchfall die Ursache geklärt werden.
  • Sichtbare oder unsichtbare Blutspuren im Stuhl. Unsichtbare Blutbeimengungen lassen sich mithilfe eines chemischen Tests (Okkultbluttest, Hämocculttest) nachweisen. Dieser Test ist im Rahmen der Krebsvorsorge kostenfrei für alle gesetzlich Versicherten ab 50 Jahren möglich.
  • Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Blutarmut können im Verlauf einer Darmkrebserkrankung auftreten. Vor allem große Tumoren schränken das Darmvolumen unter Umständen stark ein und können Schmerzen verursachen.

Die beste Möglichkeit, Darmkrebs frühzeitig zu erkennen, ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung. Da das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, ab 50 Jahren ansteigt, ist auch die Darmkrebsvorsorge ab dann eine für gesetzlich krankenversicherte kostenfreie Leistung. Das ist ein Test auf Blut im Stuhl (Okkultbluttest, Hämocculttest). Dieser Test kann alle zwei Jahre wiederholt werden. Der Test wird beim Hausarzt gemacht, z.B. im Rahmen des regelmäßigen Check up.

Eine noch genauere Möglichkeit, Anfangsstadien von Darmkrebs zu erkennen, ist die Darmspiegelung (Koloskopie), die vom Facharzt angeboten wird. Ab dem Alter von 50 Jahren bei Männern bzw. 55 Jahren bei Frauen kann sie im Abstand von zehn Jahren in Anspruch genommen werden. Die Darmspiegelung hat inzwischen viel von ihrem Schrecken verloren, da sie praktisch schmerzfrei durchgeführt wird. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt informieren, was Sie selbst zur Vorbereitung tun müssen und wie die Darmspiegelung genau abläuft.

Wie wird Darmkrebs behandelt?

Wenn ein Verdacht auf Darmkrebs besteht, wird der Darm im Rahmen einer Darmspiegelung gründlich untersucht. Werden dabei verdächtige Veränderungen entdeckt, werden bereits während der Darmspiegelung Gewebeproben genommen. Diese Gewebeproben bieten die einzige Möglichkeit, Darmkrebs sicher zu erkennen oder auszuschließen. Wenn die Veränderungen nur klein sind, können sie im Rahmen einer Darmspiegelung entfernt werden. Größere Veränderungen werden in einer Operation entfernt, bei der auch vom gesunden Gewebe sicherheitshalber etwas entfernt wird. Damit soll verhindert werden, dass Ausläufer eines eventuell bis dahin noch nicht sichtbaren Tumors übrig bleiben.
Da der Dickdarm verhältnismäßig lang ist, stellt eine Entfernung von ein paar Zentimetern Darm für die Patienten kaum eine Änderung der Lebensqualität dar.

Im Anschluss an eine Operation kann eine chemotherapeutische und/oder strahlentherapeutische Behandlung erfolgen - allerdings nur dann, wenn in den Lymphknoten bereits Tumorzellen entdeckt wurden. Damit soll die Ausbreitung des Tumors in andere Gewebe und Organe verhindert werden.

Je nach Größe des Tumors und Schwere der Operation können noch andere Behandlungsformen angewendet werden. Das wird dann je nach individueller Erkrankung im ärztlichen Gespräch festgelegt.

Darmkrebs vorbeugen

Zur Darmkrebsvorbeugung gehört in erster Linie eine ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Fleisch und Fett. Mäßig Alkohol, tägliche Bewegung und vor allem kein Übergewicht sind weitere Faktoren, die die Darmgesundheit erhalten helfen.

Wenn Sie Beratung zur darmgesunden Ernährung wünschen, wenden Sie sich an Ihr nächst gelegenes Präventionscenter.

Beispiel für ein ballaststoffreiches Rezept Bohnenpfanne mit Schweinefilet: Rezepttipp.

Leistungen der IKK Nord

Ab 50 Jahren steigt das Risiko an Darmkrebs zu erkranken an, deshalb haben gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren die Möglichkeit, kostenfrei an einem Früherkennungstest teilzunehmen.

Für persönliche Informationen über Krebsvorsorge stehen Ihnen unsere Experten unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 4557378 gern zur Verfügung. Alternativ können Sie der IKK Nord auch eine E-Mail über das vorbereitete Kontaktformular senden.

Weitere Informationen und interessante Links

Von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) anerkannte Darmkrebszentren in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein:

Darmzentrum Greifswald
Universitätsklinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (AöR)
Prof. Dr. med. C.-D. Heidecke
Friedrich-Loeffler-Straße 23b
17475 Greifswald
Telefon: 03834 866001

Darmzentrum Pinneberg
Regioklinikum Pinneberg
Dr. med. Ulf Nahrstedt
Fahltskamp 74
25421 Pinneberg
Telefon: 04101 2170

Auf der Internetseite des Deutschen Krebsinformationsdienstes finden Sie umfangreiche und stets aktualisierte Informationen: http://www.krebsinformationsdienst.de.

Außerdem stellen wir Ihnen das Informationsblatt "Darmkrebs-Früherkennung - Was sollte ich wissen?" des Krebsinformationsdienstes (KID) bereit. Download

Fotohinweis: Felix Burda Stiftung
Copyrighthinweis Gesundheitscheck: Felix Burda Stiftung