Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs

Die Gebärmutter

Die Gebärmutter ist ein Hohlmuskel, der im unteren Bauchraum liegt. Sie hat ungefähr die Form einer auf die Spitze gestellten Birne und endet im unteren Teil im Gebärmutterhals. Sowohl Gebärmutter als auch Gebärmutterhals sind mit Schleimhaut ausgekleidet, die im monatlichen Zyklus anschwillt und abblutet, sofern keine Schwangerschaft vorliegt. Der Gebärmutterhals mündet mit dem Muttermund in die Scheide. Der Muttermund ist normalerweise durch einen zähen Schleim verschlossen; nur während der fruchtbaren Zeit im Monatszyklus verdünnt sich der Schleim, um gegebenenfalls Spermien zur Befruchtung eines Eis in die Gebärmutter zu lassen. Die Schleimhaut, die den Gebärmutterhals auskleidet, ist etwas flacher als die der Gebärmutter. Wenn ein Gebärmutterhalskrebs entsteht, geht er in den meisten Fällen von dieser Schleimhaut aus.

Risikofaktoren und Ursachen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkrankten in 2006 in Deutschland knapp 5.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Noch bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts war Gebärmutterhalskrebs deutlich häufiger.

Als Verursacher von Gebärmutterhalskrebs gelten die so genannten Humanen Papillom Viren (HPV). Speziell zwei der über 100 verschiedenen Arten dieser Virengruppe sind besonders aggressiv, und zwar die Typen HPV 16 und 18. Zu dieser Virengruppe gehören auch die Verursacher von Feigwarzen, die deswegen bei der Vorsorgeuntersuchung besonders gründlich betrachtet werden. Die Ansteckung mit den Viren erfolgt während des Geschlechtsverkehrs. Etwa 80 % der sexuell aktiven Menschen tragen die Viren in sich - daran erkranken allerdings längst nicht alle.

Als Hauptrisikofaktoren für eine Ansteckung mit HPV gelten ungeschützter Geschlechtsverkehr, Rauchen, sexuelle Kontakte in jungem Alter und wechselnde Sexualpartner. Auch die Einnahme der Pille gilt als ein Risikofaktor. Und wenn z.B. aufgrund einer schweren Erkrankung das Immunsystem geschwächt ist, haben die Viren ebenso leichtes Spiel.

Vorsorgeuntersuchung

Alle Frauen ab 20 Jahren haben Anspruch auf die jährliche gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Dabei werden die Geschlechtsorgane untersucht und ein Zellabstrich vom Muttermund oder aus dem unteren Gebärmutterhals genommen. Schon in der Praxis können erste Hinweise auf einen Befall mit HPV gefunden werden, so dass frühzeitig eine geeignete Behandlung gestartet werden kann.

Der Termin für diese Vorsorgeuntersuchung sollte einige Tage nach der Regelblutung liegen, da sonst der Zellabstrich durch Blut verfälscht werden kann. Auch ungeschützter Geschlechtsverkehr kurz vor dem Zellabstrich kann das Ergebnis verfälschen.

Hinweis
Gebärmutterhalskrebs ist schon in sehr frühem Stadium erkennbar - dann ist er auch noch gut behandelbar. Deswegen sollte jede Frau regelmäßig die kostenlose Vorsorgeuntersuchung in der frauenärztlichen Praxis wahrnehmen.

Diagnose

Frauen, die sich mit HPV angesteckt haben, bemerken zunächst gar keine Symptome. Selbst kleine Feigwarzen, die sich eventuell bösartig verändern können, verursachen im Anfangsstadium gar keine Beschwerden. Sie fallen meist erst bei der gynäkologischen Untersuchung auf. Eine erste - allerdings noch vorläufige - Diagnose auf Gebärmutterhalskrebs ist der erwähnte Zellabstrich. Eine genauere Diagnose liefert die ausführliche Laboruntersuchung des entnommenen Zellmaterials sowie eine genaue Betrachtung der Scheide und des Muttermundes mit einer speziellen Lupe.

Ein Befall mit Feigwarzen wird erkannt, indem eine leichte Säure auf verdächtige Stellen getupft wird. Verfärbt sich die Stelle weiß, ist das ein Zeichen für Feigwarzen. Diese Untersuchung ist schmerzfrei.

Therapie

Wenn es sich nur um Feigwarzen handelt, können sie ambulant und schmerzfrei entfernt werden. Das passiert in der Regel mit Hilfe eines Lasers. In dem Zusammenhang ist es wichtig, dass sich auch der Partner auf Feigwarzen hin untersuchen lässt, da sonst die Gefahr groß ist, dass die Feigwarzen erneut übertragen werden. Gleiches gilt auch bei einem Befall mit HPV.

Wenn in der Untersuchung festgestellt wurde, dass bereits Gewebe tumorartig gewachsen ist, kommt es auf die Größe der befallenen Stelle an, welche Therapiemöglichkeit gewählt wird. Bei kleineren Wucherungen reicht das Herausschneiden der befallenen Partie, ein so genannter Kegelschnitt. Bei schon gewachsenen Tumoren muss mehr Gewebe entfernt werden. Hier ist das fachärztliche Gespräch ausschlaggebend, in dem nicht nur das aktuelle Befinden der Patientin betrachtet wird, sondern auch ihr Alter, ihre Lebensumstände und die Familienplanung.

Impfung gegen HP-Viren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts, die für die Empfehlung von Impfungen zuständig ist, hat die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen im Alter von 9 bis 17 Jahren (also vom 9. Geburtstag bis zum 18. Geburtstag) empfohlen. Ziel ist es, die Zahl der Gebärmutterhalskrebsfälle zukünftig deutlich zu verringern, da HPV für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs eine Hauptursache ist. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden, um eine Ansteckung mit den HPV zu verhindern.

Jedes Mädchen kann sich freiwillig für die Impfung entscheiden, die Impfung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Als Vorteil wird angesehen, dass eine Ansteckung mit den beiden aggressiven HPV-Typen für die nächsten Jahre verhindert wird. Die Impfung selbst schützt nicht vor dem Befall mit den übrigen HPV-Typen. Klären Sie im fachärztlichen Gespräch, welche individuellen Risiken im Vergleich zum Nutzen diese Impfung mit sich bringen kann. Unabhängig von der Impfung sollte jede Frau die jährliche Krebsvorsorge in Anspruch nehmen, nur dann kann ein Gebärmutterhalskrebs früh erkannt und behandelt werden.

Die besondere Leistung der IKK Nord

Die Impfung gegen HPV ist für 12 bis 17-jährige Mädchen kostenfrei und wird von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Die IKK Nord bietet darüber hinaus auch für junge Frauen bis zum 26. Lebensjahr eine Kostenübernahme für die Impfung an. Hintergrund ist, dass die Wirksamkeit der Impfung bis zum 26. Lebensjahr nachgewiesen ist. Allerdings müssen diese Frauen die Impfung zunächst selbst bezahlen und können sich den Betrag von ihrer IKK Nord erstatten lassen.

Wenn Sie sich hierzu beraten lassen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt zu dem IKK Nord Servicecenterin Ihrer Nähe auf.

Weiterführende Informationen

Hier finden Sie weitere interessante Links zu den Themen Gebärmutterhalskrebs und HPV.

Krebsinformationsdienst KID Deutsches Krebsforschungszentrum
http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/index.php

Außerdem stellen wir Ihnen ein Informationsblatt des Krebsinformationsdienst KID Deutsches Krebsforschungszentrum bereit. Download