Nierengesundheit

Nierengesundheit

Die Hauptaufgabe der Niere besteht darin, das Blut von Stoffwechselabbauprodukten sowie Giftstoffen zu reinigen und überschüssige Flüssigkeit aus dem Körper zu entfernen. Im Gegensatz zum akuten Nierenversagen, das plötzlich auftritt, schreitet bei der Niereninsuffizienz der Funktionsverlust der Nieren langsam, schmerzfrei und unumkehrbar fort. Eine mögliche Folge ist die Dialyse. Forscher der Universität Halle-Wittenberg haben ermittelt, dass mindestens zwei Millionen Menschen in Deutschland eine Nierenkrankheit mit einer deutlich verminderten Nierenfunktion haben. Wie die Analyse ergab, waren insbesondere Menschen mit Bluthochdruck und Diabetiker von einer Nierenerkrankung betroffen. 

Die Zahl der Diabetiker wird in Deutschland auf über 6 Millionen und die Zahl der Bluthochdruckpatienten auf über 20 Millionen geschätzt. Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko auch eine Nierenerkrankung zu entwickeln. Wären diese Erkenntnisse nicht schon schlimm genug, wurde darüber hinaus festgestellt: Nur jeder Dritte weiß davon. Denn ob Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder auch eine Niereninsuffizienz, die Patienten leiden nicht daran. Diese Erkrankungen verlaufen stumm, wenn Symptome auftreten, ist die Schädigung der Organe und des Gefäßsystems meist schon fortgeschritten.

„8“ auf Nieren geben

Bei Ihnen wurde eine chronische Nierenkrankheit diagnostiziert, eine Dialyse ist jedoch noch nicht notwendig? Dann ist es umso wichtiger, weiteren Nierenschäden vorzubeugen. Die Gesellschaft für Nephrologie e.V. hat die wichtigsten Aspekte der Vorsorge in acht Regeln zusammen gefasst:

  1. Gehen Sie mindestens jährlich zum Nierenarzt (Nephrologe),
    um festzustellen, ob und wie schnell Ihre Nierenkrankheit voranschreitet.
  2. Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker.
    Wenn Sie an Diabetes mellitus erkrankt sind, sorgen Sie dafür, dass Ihr Blutzucker stabil eingestellt ist.
  3. Messen Sie täglich Ihren Blutdruck.
    Bluthochdruck sollte behandelt werden, denn der hohe Druck schädigt die Nieren.
  4. Hören Sie mit dem Rauchen auf,
    denn das Rauchen schädigt die Nierengefäße.
  5. Besprechen Sie mit Ihrem Nierenarzt, welche Trinkmenge für Sie persönlich
    optimal ist (je nach Grad der Nierenerkrankung variiert die Empfehlung zur Trinkmenge). Halten Sie sich strikt an die Anweisung des Arztes.
  6. Ernähren Sie sich phosphatarm,
    da geschädigte Nieren weniger Phosphat ausscheiden können. Phosphate sind besonders in Fertiggerichten und Konserven, aber auch in bestimmten Lebensmitteln wie z.B. Schmelzkäse enthalten. Nehmen Sie eine Ernährungsberatung in Anspruch, um Ihre Ernährung phosphatbewusst umzustellen und bereiten Sie Ihre Speisen frisch zu, möglichst ohne auf Fertigprodukte (Saucenpulver, etc.) zurückzugreifen.
  7. Tabletten wie empfohlen einnehmen.
    Der Nierenarzt wird Ihnen verschiedene Medikamente verschreiben. Bestimmte blutdrucksenkende Mittel haben ein nierenschützendes Potential und unter Umständen auch verschrieben, wenn Ihr Blutdruck gar nicht erhöht ist. Auch andere Medikamente, wie z.B. Vitamin D sind wichtig, denn sie schützen vor verschiedenen Begleit- oder Folgeerkrankungen der Nierenfunktionseinschränkung. Halten Sie sich daher strikt an den Medikamentenplan.
  8. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Möglichkeiten der Nierenersatztherapie,
    wenn ein endgültiges Nierenversagen nicht mehr zu verhindern ist.

Hinweise für Nierenpatienten

  • Fordern Sie einen Nierenpass bei der IKK Nord an. Nutzen Sie dazu einfach das verschlüsselte Kontaktformular.
  • Legen Sie diesen Pass immer vor einer Behandlung in der Arztpraxis vor. Das ist die beste Vorsorge, die Sie treffen können, denn viele Medikamente, vor allem Schmerzmittel, können die Nieren schädigen. Röntgenkontrastmittel können sogar zu einem Nierenversagen führen.
  • Wenn Sie Diabetiker sind, nehmen Sie an unserem Strukturierten Behandlungsprogramm IKKpromed teil. Mit diesem Programm sind Sie bei den Haus- und Fachärzten in besten Händen. Ihre Blutdruck-, Zucker- und Nierenwerte werden regelmäßig untersucht und dokumentiert.

Weiterführende Informationen

  • Das Nierenportal der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie erreichen Sie unter www.dgfn.eu .
  • Das Deutsche Ernährungsberatungs- & -informationsnetz hat Ernährungsempfehlungen zu Nierenerkrankungen veröffentlicht unter www.ernaehrung.de .

Fotohinweis: © Sebastian Kaulitzki panthermedia.net

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