Zahngesundheit und Zahnersatz

Zahngesundheit und Zahnersatz

Schutz gegen Karies und Parodontitis

Karies wird von Bakterien verursacht, die den in der Nahrung enthaltenen Zucker nutzen, um Säuren zu bilden. Diese Säuren sind Gift für die Zähne. Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, sie kann im schlimmsten Fall zum Verlust der Zähne führen.

Wenn Sie regelmäßig Ihre Vorsorgetermine beim Zahnarzt wahrnehmen, werden die ersten Anzeichen von Karies und Parodontitis frühzeitig erkannt. Dann sind sie noch leicht behandelbar und es werden keine aufwendigen Zahnbehandlungen notwendig. Nebenbei stellt sich bei halbjährlichen Zahnarztbesuchen noch ein anderer Effekt ein: Je besser Sie Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin kennen und sich an Praxis und Personal gewöhnt haben, desto mehr schwindet die weit verbreitete Angst vor der Zahnarztbehandlung.

Wir geben Ihnen hier ein paar Tipps, wie Sie sich täglich gegen Karies und Parodontitis schützen können.

Nach jedem Essen - Zähne putzen nicht vergessen!

Mit diesem Reim werden schon seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts die Kinder ans Zähneputzen erinnert. Das gilt auch heute noch. Machen Sie sich folgende Grundsätze zu eigen - dann ersparen Sie sich langfristig unangenehme Zahnarztbesuche und hohe Kosten für Zahnersatz:

  • Wählen Sie eine mittelharte Zahnbürste mit Kunststoffborsten.
  • Verwenden Sie eine Zahncreme, die Fluorid enthält.
  • Reinigen Sie Ihre Zähne:
    • Morgens, nach dem Frühstück,
    • nach jeder Mahlzeit - auch nach dem Naschen,
    • abends vor dem Zubettgehen - mindestens 3 Minuten lang.

Putztechnik

Es gibt mehrere Varianten der Putztechnik. Eine davon ist die folgende - Ihr Zahnarzt gibt Ihnen sicherlich auch individuelle Tipps für Ihre persönliche Zahnpflege.

Bürsten Sie die Außenflächen immer von Rot nach Weiß. Da sich am Zahnfleischrand besonders viel Belag bildet, sollten Sie dort die Bürste in einem Winkel von 45 Grad ansetzen und kleine Rüttelbewegungen ausführen. Beginnen Sie immer von links nach rechts. Auch die Innenflächen werden mit kleinen kreisenden Rüttelbewegungen geputzt. An schwer zugänglichen Stellen, wie an den Innenseiten der Frontzähne, können Sie die Zahnbürste auch längs führen. Auch die Kauflächen werden mit kreisförmigen Rüttelbewegungen gereinigt.

Wenn Sie statt einer Handzahnbürste eine elektrische Zahnbürste nutzen, nimmt Ihnen diese die Rüttelbewegungen ab. Sie müssen sich dann nur noch merken, in welcher Reihenfolge Sie die Zähne putzen. Dazu dient z.B. die Eselsbrücke „KAI“, mit der die Reihenfolge Kauflächen - Außenflächen - Innenflächen abgekürzt wird. So wird bestimmt kein Zahn beim Putzen mehr vergessen.

Ganz wichtig: Nach dem Zähneputzen kommt zum Reinigen der Zahnzwischenräume Zahnseide zum Einsatz. Und noch etwas, benutzen Sie eine Zahnbürste nur etwa zwei Monate lang - dann sollte sie ausgetauscht werden.

Notlösung Kaugummi

Falls Sie z.B. nach einer Mahlzeit keine Gelegenheit haben, die Zähne zu putzen, können Sie zu zuckerfreien Kaugummis greifen. Das Kauen regt den Speichelfluss an, Speisereste werden aus der Mundhöhle entfernt und Karies verursachende bakterielle Säuren werden neutralisiert. Aber: Kaugummis ersetzen nicht die Zahnbürste und entfernen auch keine Zahnbeläge.

Zahngesunde Ernährung

Zucker- und säurehaltige Nahrungsmittel entziehen den Zähnen Kalzium. Das bedeutet im Gegenzug, dass kalziumreiche Lebensmittel der Demineralisation der Zähne entgegen wirken. Gute Kalzium-Lieferanten sind Milch, Milchprodukte, grünes Gemüse, Mandeln und einige Mineralwässer. Der Kalziumgehalt von Mineralwasser ist auf den Etiketten angegeben. Ein weiterer Vorteil: Diese Nahrungsmittel sind eher basisch als sauer.

Wenn Sie die folgenden Punkte in Ihrer täglichen Ernährung beachten, helfen Sie Ihren Zähnen stark zu bleiben.

  • Meiden Sie möglichst Zucker in jeder Form. Wenn Süßes, dann selten - und keinesfalls in kleinen häufigen Portionen. Danach Zähne putzen.
  • Fruchtsäfte enthalten sowohl Zucker als auch Säuren, die die Zähne schädigen können. Deswegen sollten Kinder keine Fruchtsäfte in ihren Nuckelflaschen haben.
  • Nichts zu Heißes oder zu Kaltes an die Zähne heran lassen.
  • Nach Speisen oder Getränken, die viel Säure enthalten (z.B. Rhabarber, Rotwein), zunächst den Mund mit Wasser spülen und nach frühestens 30 Minuten erst die Zähne putzen.
  • Für eine ausreichende Speichelproduktion sollte genügend Flüssigkeit - bevorzugt Wasser und ungesüßte Tees - aufgenommen werden.
  • Nicht ausschließlich weiche Speisen aufnehmen, sondern den Kauapparat durch feste Nahrungsbestandteile (Vollkornprodukte, ganzes Obst mit Schale etc.) und knackige Zubereitung trainieren.
  • Jeden Bissen gut kauen.

Mundgeruch

Nach einem herzhaften Essen mit Zwiebeln und Knoblauch ist Mundgeruch nicht zu vermeiden. Aber: Zu über 90 % entstammt der Mundgeruch aus "Faulecken" in der Mundhöhle: Das können kariöse und / oder zerstörte Zähne, Zahnfleischtaschen, Zahnfleischentzündungen oder ein belegter Zungenrücken sein. An solchen Stellen fühlen sich Bakterien und deren Zersetzungsprodukte wohl, die beim Abbau von Eiweißen den typischen "faulen" Geruch verursachen. Außerdem trägt die Menge des Speichels mit zu einem Mundgeruch bei: Je mehr Speichel in der Mundhöhle ist, umso weniger kann Mundgeruch entstehen - der morgendliche Geruch aus dem Mund (nachts ist der Speichelfluss stark reduziert) ist ein tägliches Beispiel dafür. Zur Vorbeugung gegen Mundgeruch muss eine vollständige Sanierung der Mundhöhle erfolgen - denn wo keine unhygienischen Nischen sind, kann auch kein zahnbedingter Mundgeruch entstehen! Außerdem ist eine gründliche Mundhygiene mit einer Reinigung der schwer zugänglichen Zahnzwischenräume - z.B. mit Interdentalbürstchen oder Zahnseide, notfalls einer Munddusche - wichtig für einen natürlichen und gesunden Atem - dann können auch Essensgerüche nach Zwiebel oder Knoblauch recht schnell wieder auf natürliche Weise abgebaut werden.

Professionelle Zahnreinigung

In Zahnarztpraxen wird die professionelle Zahnreinigung (PZR) angeboten. Die PZR ist eine sinnvolle Ergänzung zur täglichen Mundhygiene - aber nicht für Jeden notwendig.

Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten und holen Sie sich Tipps für Ihre individuelle Zahnpflege. Mit dem Einsatz von elektrischen Zahnbürsten und Mundduschen können Sie Ihre tägliche Mundhygiene optimieren.

Die professionelle Zahnreinigung funktioniert so: Am Anfang steht eine gründliche Untersuchung des Gebisses. Danach werden Beläge und Verfärbungen auf den Zahnoberflächen, in den Zahnzwischenräumen und in den Zahnfleischtaschen mit speziellen Instrumenten entfernt.

Weil Bakterien sich zuerst an rauen Stellen und in Nischen festsetzen, werden die Zähne anschließend poliert. Zuletzt werden die gereinigten Zahnflächen mit einem Fluorid-Lack überzogen. Das schützt die Zahnoberflächen vor den Säureattacken der Mundbakterien. Nach einer PZR sollten Sie wenigstens zwei Stunden lang nicht rauchen, keine Lakritze essen und auch nicht Kaffee, Tee oder Rotwein trinken. Das würde die frisch gereinigten Zähne gleich wieder verfärben.

Als Ergänzung zur täglichen Zahnpflege ist eine professionelle Zahnreinigung speziell für Personen mit einem hohen Kariesrisiko geeignet. Damit werden Zähne und Zahnfleisch gesund erhalten und es können frühzeitig Hinweise auf eventuelle Erkrankungen des Kauapparates erkannt werden.

Professionelle Zahnreinigung als Bonus

Wenn Sie am IKK Nord-Bonusprogramm teilnehmen und innerhalb eines Jahres an allen geforderten Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, erstattet Ihnen Ihre IKK Nord bis zu 50 Euro für eine professionelle Zahnreinigung. Weitere Informationen zum IKK Nord-Bonusprogramm erhalten Sie auf der Seite Bonusprogramm.

Zahnersatz

Die IKK Nord übernimmt befundorientierte Festzuschüsse für Zahnersatz. Der Zuschuss erhöht sich um 20 (bzw. 30) Prozent, wenn Sie für die letzten fünf (bzw. zehn) Kalenderjahre regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Zahnarzt nachweisen können.

Ihr Vorteil: Durch diese Regelung können Versicherte der IKK Nord jede medizinisch anerkannte Versorgungsform wählen, ohne den Festzuschuss zu verlieren. Dazu gehört beispielsweise auch implantatgestützter Zahnersatz.

Zu diesem wichtigen Thema erhalten Sie auf dieser Site zusätzlich eine Zusammenstellung der häufigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Zahnersatz.

Die Texte haben wir mit freundlicher Genehmigung den Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung entnommen.

Eine umfangreiche Übersicht zu den verschiedenen Möglichkeiten des Zahnersatzes, Qualitätskriterien und vielem mehr finden Sie auf der Internetpräsenz des Kuratoriums perfekter Zahnersatz unter www.zahnersatz-spezial.de.

Weiterführende Informationen

  • Dieser Link führt zum Informationsblatt zur Professionellen Zahnreinigung (PZR) der Bundeszahnärztekammer, welches Sie unter bzaek.de kostenlos downloaden können. www.bzaek.de.

Fotohinweis: www.abda.de