Frau sein

Frau sein

Frau sein bedeutet eine Zeit des häufigen Wandels, ausgelöst durch den „Tanz der Hormone“. Sie sind wirkungsvolle Botenstoffe, die die Tätigkeiten der Organe unseres Körpers aufeinander abstimmen. Von der Pubertät an wird der weibliche Zyklus von zahlreichen Hormonen gesteuert. Sie stellen bei der jungen Frau die Weichen für die Fortpflanzung - für Sexualität, Schwangerschaft und Muttersein. Die Frau durchlebt einen vierwöchigen Rhythmus der sie etwa 40 Jahre ihres Lebens begleitet. Und am Ende der gebärfähigen Phase sind sie es auch, die den letzten Wechsel, das Klimakterium herbeiführen und steuern.

Dieser ständige Rhythmus, das „Auf und Ab“ bringt bei vielen Befindlichkeitsstörungen und Verstimmungen mit sich. Häufig sind die Menstruation oder Erkrankungen der Vagina, der Gebärmutter oder der Brust auch Auslöser für Schmerzen. Gibt es Möglichkeiten der Vorbeugung oder zumindest der Linderung? Welche Medikamente oder Therapien helfen? Und wie verändert sich überhaupt der Körper der Frau im Laufe der Jahrzehnte?

Wir haben hier Informationen für jede Lebensphase des Frauseins zusammengetragen - sozusagen von der ersten bis zur letzten Regelblutung. Und dass das Frausein danach noch nicht zu Ende ist, versteht sich von selbst.

Monatliche Ausnahmezustände

Die monatliche Regelblutung ist ganz einfach ein Zeichen für die weibliche Fortpflanzungsfähigkeit. Im Rhythmus von etwa 28 Tagen schwillt die Schleimhaut der Gebärmutter an, um ein befruchtetes Ei aufzunehmen. Gibt es in diesem Zyklus kein befruchtetes Ei, wird die Gebärmutterschleimhaut wieder abgestoßen und das Wachstum beginnt erneut. Das passiert etwa 40 Jahre lang im Leben jeder Frau - und hört dann irgendwann auf. Wenn es nur so einfach wäre! Denn viele Frauen empfinden speziell während der Tage, insbesondere auch vor den Tagen emotionale und seelische Ausnahmezustände - das prämenstruelle Syndrom (PMS).

Und zusätzlich können starke - häufig krampfartige - Schmerzen die Regelblutung begleiten. Was tun? Helfen Sport, Entspannung oder gar Gewichtsmanagement? Gibt es geeignete Medikamente oder Therapien? In einem Beratungsgespräch mit Ihrer Frauenärztin wird zunächst geklärt, ob die Schmerzen eine körperliche Ursache haben wie Endometriose, versprengte Gebärmutterschleimhaut. Dagegen wird dann eine wirksame Therapie gefunden. Im Gespräch kann dann geklärt werden, was Ihnen gut tut, wie Sie entspannen können und wie Sie gut mit den monatlichen Ausnahmezuständen umgehen können.

PMS - das prämenstruelle Syndrom

PMS ist der medizinische Oberbegriff für sehr unterschiedliche Beschwerden während des normalerweise 28 Tage dauernden Zyklus der Frau. Für rund 10-20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter ist PMS eine große Belastung. Die Symptome treten etwa 7-12 Tage vor der Menstruation auf und verschwinden oft schlagartig mit dem Einsetzen der Regelblutung. Die vielschichtigen körperlichen und seelischen PMS-Beschwerden reichen von Spannungsgefühlen in der Brust über Übelkeit und Kopfschmerzen bis zu Heißhunger, Gereiztheit, Depression und Angst. Linderung gibt es schon auf „sanfte“ Weise - z. B. durch entwässernde Tees, ausgesuchte Heilpflanzen gegen Stimmungsschwankungen, Vitamine gegen Stress und Magnesium gegen Verspannung, aber auch durch angemessene körperliche Aktivität und abgestimmte Ernährung. Bei stärkeren oder bleibenden Beschwerden sollte man sich unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen.

Verhütung

Das Thema Verhütung ist trotz weiter Verbreitung von Kondomen immer noch Frauensache. Und dabei haben Frauen viele Möglichkeiten - ganz nach persönlichen Vorlieben und Sicherheitsbedürfnis. Die Anti-Baby-Pille ist dabei das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel. Daneben gibt es weitere chemische und physikalische Methoden, die alle dem Zweck dienen, das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter zu verhindern. Eine Übersicht über die gängigen Verhütungsmittel, deren Anwendung und Sicherheit finden Sie auf der Internetseite der Apotheken Umschau.

Allen Mitteln gemeinsam ist, dass sie privat bezahlt werden müssen und normalerweise die Kosten nicht von der gesetzlichen Krankenkasse getragen werden. Eine Ausnahmeregelung gibt es für Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr und bei medizinischer Indikation.

Achtung: Thrombosegefahr
Wer die Anti-Baby-Pille zur Verhütung verwendet und gleichzeitig raucht, der riskiert Durchblutungsstörungen. Deswegen ist von dieser Kombination unbedingt abzuraten! Weitere Informationen zu den gesundheitsschädigenden Wirkungen des Rauchens finden Sie in unserem Themenspecial Rauchstopp.

Vaginalinfektionen

Wenn es in der Scheide juckt und brennt, kann das viele Ursachen haben. Zu viel Intimhygiene, ein neuer Partner, Stress, Medikamente - alles das kann Auslöser dafür sein, dass die natürliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät und sich eine Infektion ausbreitet. Spätestens beim regelmäßigen Besuch der frauenärztlichen Praxis fällt dann das Ungleichgewicht auf und kann behandelt werden.

Bevor es jedoch soweit kommt, können Frauen einiges tun: Verzichten Sie auf enge, synthetische Kleidung und sorgen Sie dafür, dass es zu keinem Stau von Hitze und Feuchtigkeit in der Intimregion kommt. Ihre Frauenärztin kann Ihnen sicherlich noch weitere Tipps geben, wie Sie Vaginalinfektionen im Alltag verhindern können.

Eine Schönheits-OP ist auch eine Operation

Schönheitsoperationen wie Brustvergrößerung oder das Fettabsaugen gibt es schon lange - mit mehr oder weniger Erfolg für die Patientinnen. Viele der Frauen riskieren, dass sie nach ein paar Jahren wieder unters Messer müssen, weil sich ihr Körper verändert hat und z.B. die neuen Brüste einfach nicht mehr passen, verrutscht sind und nun Schmerzen verursachen.

Relativ neu im Katalog der Schönheitsoperateure ist die Korrektur von Schamlippen. Damit soll einerseits eine optische Verschönerung des Intimbereiches erreicht werden, andererseits versprechen sich viele Frauen davon ein größeres Vergnügen beim Sex. Experten raten von dieser Art von Operationen ab, weil u.a. im sehr empfindlichen Intimbereich viele Nerven enden und die bei der Operation Schaden nehmen können.

In allen Fällen gilt, dass Schönheitsoperationen keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse sind. In begründeten Ausnahmefällen, z.B. der Wiederherstellung nach Unfällen, können die Kosten für plastische Chirurgie übernommen werden.

Kostenfreie Vorsorge: regelmäßige Krebsvorsorge

Jede Frau sollte einmal jährlich zur Krebsvorsorge in die frauenärztliche Praxis gehen. Dabei werden die inneren und äußeren Geschlechtsorgane abgetastet und von der Schleimhaut des Gebärmutterhals ein Abstrich gemacht, der labortechnisch untersucht wird. So können evtl. vorhandene erste Zeichen von bösartigen Neubildungen frühzeitig erkannt und sofort therapiert werden. Diese Vorsorgeleistung ist kostenfrei. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Themenspecial Gebärmutterhalskrebs.

Zur frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs steht jeder Frau kostenfrei die Möglichkeit der Mammografie offen. Im Rahmen des bundesweiten Mammografie-Screenings erhalten alle Frauen ab 50 Jahre eine Einladung zur Mammografie, die sie freiwillig nutzen können. Weitere Informationen auf der Internetseite zum bundesweiten Mammografie-Screening-Programm.

Familienplanung und Schwangerschaft

Die IKK Nord bietet zwei zusätzliche Programme für Familien an - oder für die, die eine Familie gründen wollen. Mit planBaby wollen wir Ihnen zunächst bei der Planung Ihrer Schwangerschaft zur Seite stehen. Das Programm bietet Sicherheit für Mutter und Kind von Anfang an. Und anschließend geht es weiter mit BabyCare. Mit diesem Programm begleiten wir Sie dann während Ihrer Schwangerschaft und auch ein Stück nach der Geburt. Die Teilnahme an planBaby und BabyCare ist kostenlos! Weitere Informationen dazu erhalten Sie in Ihrem IKK Nord Servicecenter. Alles über planBaby und BabyCare finden Sie unter den folgenden Links:

Wechseljahre

Die Wechseljahre - es sind tatsächlich Jahre! - läuten das Ende der fruchtbaren Phase der Frau ein. Diese Zeit kann sich unmerklich über mehrere Jahre strecken, bevor die Frau überhaupt irgendeine Veränderung bemerkt. Der Hormonhaushalt verändert sich langsam: Von den weiblichen Geschlechtshormonen werden immer weniger produziert und die männlichen Geschlechtshormone (ja, auch die werden bei Frauen tatsächlich produziert) treten mehr in den Vordergrund.

Körperlich wirkt sich die Hormonumstellung u.a. darin aus, dass die Regelblutung nachlässt und irgendwann vollständig verschwindet. Seelisch und emotional wirkt sich die Veränderung ebenfalls aus. Frauen in und nach den Wechseljahren nutzen die Veränderungen auch zu bewussten Veränderungen im Leben, z.B. indem sie sich von unliebsamen Kompromissen verabschieden und für sich selbst deutlicher feststellen, was ihnen gut tut - und was nicht: Viele Frauen starten ab 50, meist nach Ende der aktiven Familienphase, privat und / oder beruflich ganz neu.

Weiterführende Informationen

  • Als kostenlosen Download stellen wir Ihnen ein Interview des Wochenspiegels mit Jutta Schnell, beratende Ärztin der IKK Nord, zum Thema "Frau sein" zur Verfügung. Download
  • Das Frauengesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden Sie unter frauengesundheitsportal.de
  • Das Gesundheitsportal netdoktor.de bietet ein Themenspecial „Women’s Health“ unter netdoktor.de.