Gesund älter werden

Gesund älter werden

Aus statistischen Auswertungen ist bekannt, dass Menschen heutzutage gut 108 Jahre alt werden können. So lange kann der Körper die an ihn gestellten Anforderungen weitgehend erfüllen - bis er erschöpft ist und sich nicht mehr regenerieren kann. Dem steht die derzeitige durchschnittliche Lebenserwartung entgegen, die bei jetzt geborenen Jungen 77 Jahre und bei den Mädchen 82 Jahre beträgt. Die Menschen könnten also noch etwa ein Drittel Jahre länger leben - wenn sie nur wollen.

Aber selbst diese 77 oder 82 Jahre sind nicht durchgehend von Gesundheit geprägt. Mit zunehmendem Alter werden die Beschwerden mehr. Es kommt zu z.T. schweren Erkrankungen, von denen sich der Körper nicht mehr ganz erholt. das Risiko an Typ 2-Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen zu erkranken, nimmt im Laufe der Jahre zu. Wir haben für Sie im Folgenden ein paar Informationen zusammen getragen, wie Sie selbst frühzeitig dafür sorgen können, dass Sie eine möglichst lange gesunde und beschwerdefreie Zeit verleben.

Was passiert beim Älterwerden im Körper? Und wie können Sie diese Veränderungen nutzen?

Äußere Anzeichen und innere Veränderungen des Alterns - jeder, der die 40 überschritten hat, kennt zumindest einige der Veränderungen, die hier aufgezählt sind. Diese Veränderungen sind zunächst einmal völlig normal, wie stark sie sind und wie früh sie sich zeigen, ist individuell verschieden und hängt auch vom persönlichen Lebensstil ab. Gleichzeitig ändert sich auch das tägliche Leben: Der Nachwuchs wird älter und selbstständiger, verlässt evtl. bereits das Elternhaus. Die berufliche Situation ist gefestigt oder Sie haben Lust, sich noch einmal beruflich völlig neu zu erfinden.

All die Veränderungen, die sich körperlich so langsam bemerkbar machen, bieten gleichzeitig die Chance auf einen neuen Blick auf sich selbst und lassen sich mit etwas Achtsamkeit positiv nutzen:

Inhaltsübersicht der Aufzählung
HautTöne
HaareLunge
ZähneMuskelmasse
Geruchs- und GeschmackssinnKnochen
  • Die Haut nimmt an Straffheit ab, Falten zeichnen sich immer stärker ab. Die Haut wird dünner (auch im übertragenen Sinn) und zeigt zunehmend eine ungleichmäßige Färbung, Altersflecken tauchen zunächst an den Händen und später auf dem ganzen Körper auf. Rauchen und intensives Sonnenbaden beschleunigen den natürlichen Alterungsprozess der Haut. Diesen Veränderungen haben die Kosmetik-Anbieter inzwischen vermehrt Rechnung getragen und bieten Produkte speziell für die feiner werdende Haut an. Nutzen Sie die Beratung und Vorführung von Hautpflegeprodukten in Ihrer Apotheke.
  • Die Haare werden früher oder später grau und vor allem bei Männern deutlich weniger. Neben der Veranlagung zu frühzeitigem Haarausfall kann auch eine Mangelernährung diese Veränderung fördern. Spätestens jetzt haben Sie die Chance, mit einem neuen Schnitt, professioneller Pflege und etwas Farbe Ihren Typ zu „modernisieren“. Nutzen Sie die Kreativität und Fachkompetenz Ihres Friseurs!
  • Die Zähne verändern aufgrund des täglichen Gebrauchs ihre natürliche Farbe und werden dunkler. Das Zahnfleisch kann sich leichter entzünden, weil die Schleimhäute nicht mehr so gut durchblutet werden (ähnlich zu den Veränderungen der Haut). Zähne können ausfallen. Durch Rauchen und mangelnde Zahnpflege werden diese unangenehmen Veränderungen stark gefördert. Wenn jetzt eine Zahnbehandlung fällig wird, haben Sie vielleicht sogar die Möglichkeit, ältere Ungleichmäßigkeiten oder ungeliebte dunkle Füllungen gleich mit behandeln zu lassen. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten, welche Angebote es gibt und was davon die IKK Nord übernimmt.
    Wenn Sie am Bonusprogramm teilnehmen, können Sie sich jährlich eine professionelle Zahnbehandlung von der IKK Nord mit bis zu 50 Euro bezuschussen lassen.
  • Der Geruchs- und Geschmacksinn sowie das Durstempfinden lassen nach. Besonders ausgeprägt ist der Verlust der Geschmacksknospen auf der Zunge (Papillen) für süß und salzig. Wenn sich schon Ihr Geschmack verändert, können Sie Ihrem Gaumen ja auch ganz Neues präsentieren. Internet, Buchhandlungen und Zeitschriftenläden bieten eine ganze Reihe von neuen Kochbüchern und Rezeptheften an, in denen Sie sicherlich Interessantes finden, mit denen Sie Ihren täglichen Speiseplan aufpeppen können - in jedem Fall gibt es eine Fülle von Rezeptideen, die Sie in Ihrem Vorhaben unterstützen, zukünftig noch gesünder zu kochen.
  • Speziell hohe Töne werden nicht mehr so gut gehört - das ist völlig normal. Wer in Beruf und Freizeit häufig starkem Lärm ausgesetzt ist, dessen Hörvermögen nimmt insgesamt ab. Weitere Informationen zum Thema Hören und Hörschäden finden Sie in unserem Themenspecial Hörschäden.
  • Im Lungengewebe nimmt die Zahl der Lungenbläschen ab und damit verändert sich der Gasaustausch. Der Körper kann sich weniger gut mit lebensnotwendigem Sauerstoff versorgen. Die Blutgefäßwände werden im Laufe der Zeit weniger elastisch und es können sich Ablagerungen bilden. Auch diese Veränderungen sind sehr stark vom individuellen Lebensstil abhängig: Wer schlank oder normalgewichtig ist, sich vernünftig ernährt und regelmäßig bewegt, verlangsamt diese Veränderungen. Verbinden Sie hier das Angenehme mit dem Nützlichen und machen Sie häufiger mal einen flotten Spaziergang an frischer Luft: Die Bewegung stärkt das Immunsystem, kräftigt die Muskeln, hilft Stress abzubauen und sorgt für guten Gasaustausch in der Lunge.
  • Bis etwa zum 30. Lebensjahr kann die Muskelmasse zunehmen, danach nimmt sie durchschnittlich jährlich ein bis zwei Prozent ab. Etwa ein Drittel der Muskelzellen gehen dann über Jahrzehnte verloren. Die Gelenke werden - meist mangels Gebrauch - steifer und die Beweglichkeit und Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ebenfalls ab, auch mangels Übung. Das kann das Risiko für Stürze und damit für Verletzungen erhöhen. Die Knochen verlieren einen Teil ihres Kalziums, Osteoporose kann entstehen. Durch regelmäßigen Gebrauch von Muskeln, Gelenken und Knochen beim Sport und bei körperlich durchaus anstrengenden Tätigkeiten können diese Veränderungen verlangsamt werden.
  • Die Knochen verlieren an Festigkeit, das Kalzium aus den Knochen wird ab dem zweiten Lebensdrittel langsam abgebaut. Wer sich viel bewegt und auch mal Kraftanstrengung auf sich nimmt, der steuert dem Kalzium-Abbau entgegen. Denn die Festigkeit der Knochen hängt ganz stark von der Belastung ab, die die Knochen täglich zu bewältigen haben. Wer regelmäßig auch mal schwerere Gewichte (Getränkekisten, Säcke mit Blumenerde) bewältigen muss, der hält seine Knochen stabil. Zusätzlich hilft es, sich häufig draußen im Tages- bzw. Sonnenlicht aufzuhalten. Denn dann kann der Körper Vitamin D bilden, das zum Einbau von Calcium in die Knochen benötigt wird.

Der Kopf bleibt länger fit

Auch wenn die Körperkräfte nachlassen - der Kopf und der Geist werden im Laufe der Zeit stärker. Mit zunehmender Lebenserfahrung und zunehmendem Wissen lassen sich viele Anforderungen mindestens ebenso gut oder sogar besser meistern. Die Gelassenheit nimmt zu und bis dahin erfolgreich gemeisterte Krisen in Alltag, Familie und Beruf sorgen für die Gewissheit, dass auch eine mögliche nächste Krise gemeistert werden kann. Das ist ein überaus positiver Aspekt des Älterwerdens.

Obwohl das Hirnvolumen im Laufe der Zeit abnimmt, nimmt die Fähigkeit, neue Inhalte aufzunehmen und sich Wissen anzueignen, nicht unbedingt ab. Es wird eben anders gelernt. Neues wird in Zusammenhang mit vorhandenem Wissen gebracht und mit bisher gemachten Erfahrungen verglichen. Und wer auch mit über 50 Jahren neugierig bleibt, Neues lernt, sich für das letzte Viertel seines Berufslebens noch auf neue Herausforderungen einlässt, knüpft im Gehirn neue Nervenverbindungen und sorgt ganz nebenbei dafür, dass altersbedingte Veränderungen nicht so sehr stark werden. Eine vollwertige Ernährung und ausreichend Bewegung unterstützen Sie dabei.

Der Energieverbrauch sinkt

… und damit sollte sich auch die Ernährung ändern. Denn - siehe oben - wenn die Muskelmasse abnimmt, wird nicht mehr so viel Energie gebraucht wie in jüngeren Jahren. Ein Zuviel an Energieaufnahme legt sich bevorzugt rund um die Körpermitte als Fettpolster an. Die Folge: Der Bauchumfang wächst, die Kleidung kneift, man fühlt sich unwohl und mag sich nicht mehr gern bewegen. Das sorgt nun wieder zusätzlich dafür, dass der Energieverbrauch abnimmt - ein unangenehmer Kreislauf beginnt und hat zur Folge, dass sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ 2-Diabetes und Krankheiten des Bewegungsapparates einstellen können.

Diesen Kreislauf sollte man erst gar nicht in Gang kommen lassen. Eine vollwertige, leicht kalorienreduzierte Ernährung versorgt den Körper mit allem Notwendigen. Dazu gehören Vollkornprodukte, die lange sättigen, Obst und Gemüse, die den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgen, hochwertige Ölen, mageres Fleisch, Fisch und Milchprodukte.

Weitere Informationen lesen Sie in unserem Themenspecial Aktiv leichter leben.

Nahrungsergänzungsmittel - für Gesunde überflüssig

In der Werbung werden speziell für die „Generation 50+“ viele Nahrungsergänzungsmittel angeboten, die dann in Apotheken und Drogeriemärkten in Kassennähe zum Zugreifen bereit liegen. Doch selbst wenn sie aus Ausgangsprodukten wie Obst und Gemüse hergestellt wurden, sind die daraus gewonnenen einzelnen Inhaltsstoffe nicht mehr so wirksam wie das Ausgangsprodukt. So praktisch wie es ist, einfach eine Brausetablette in Wasser aufzulösen, so wenig nützlich für die Gesundheit sind die Produkte.

Eine abwechslungsreiche vollwertige Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, magerem Fleisch, Milchprodukten und hochwertigen Ölen bietet alle notwendigen Nährstoffe, die zum täglichen Leben und auch in besonderen Situationen fürs Wohlbefinden und eine Stärkung des Immunsystems benötigt werden. Sie können sich also die Geldausgabe für Nahrungsergänzungsmittel sparen und das Gesparte in ein leckeres Essen im Familien- oder Freundeskreis investieren - dann haben Sie zusätzlich zum genussvollen Essen auch noch eine fröhliche Tischrunde.

Wenn Sie spezielle Fragen zu Ernährung, insbesondere bei Erkrankungen haben, können Sie sich an Ihr regionales Präventionscenter wenden.

Bewegung hilft gegen körperliche Einschränkungen

Wer rastet, der rostet - was immer schon gegolten hat, ist inzwischen zum Allheilmittel in der Therapie gegen (fast) jede Erkrankung geworden: Bewegung beugt Krankheiten vor, Bewegung hilft gegen Beschwerden. Wer regelmäßig Sport treibt und dabei „in Wallung gerät“, wer viele Wege flott zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt, wer im Garten buddelt und möglichst häufig die Treppe statt des Aufzuges nimmt, hält seinen Körper in Schwung, altert langsamer und wird seltener krank. Zusätzlich werden Reserven aufgebaut, die dafür sorgen, dass Krankheiten schneller wieder ausheilen. Und das kann sowohl die Erkältung als auch der Beinbruch sein!

Im Einzelnen sorgt regelmäßige Bewegung dafür, dass das Herz-Kreislauf-System trainiert wird und sich damit der Blutdruck im Normalbereich bewegt. Die Muskeln werden angeregt zu arbeiten und Energie zu verbrauchen, also die aufgenommene Nahrung auch wirklich zu verwerten und nicht am Bauch abzulagern. Regelmäßige Bewegung sorgt auch dafür, dass das Gehirn gut durchblutet wird und so gefäßbedingter Degeneration vorgebeugt wird. Wenn Sie sich nach dieser Lektüre dazu entschließen, sich mehr zu bewegen, sollten Sie einen Mix aus Ausdauer- (flotter Abendspaziergang um den Block), Muskel- und Beweglichkeitsübungen in Ihren Alltag einbauen. Die Anmeldung in einem Fitnessstudio ist dann sinnvoll, wenn es Ihnen leichter fällt, gemeinsam mit anderen den Spaß an der Bewegung (wieder) zu entdecken.

Weitere Informationen lesen Sie in unserem Themenspecial Aktiv leichter leben.

Krebserkrankungen

Mit dem Alter steigt die statistische Wahrscheinlichkeit, eine Krebserkrankung zu erleiden. Bei Frauen ist es der Brustkrebs, bei den Männern Prostatakrebs. Je nach familiärer Vorbelastung und persönlichem Lebensstil mit Rauchen, wenig Bewegung, hoher UV-Belastung kommen noch Lungen-, Haut- und/oder Darmkrebs dazu. Das sind keine guten Aussichten.

Mit einem aktiven und gesundheitsbewussten Lebensstil können diese Krebsarten weitgehend vermieden werden. Dazu zählen ausreichend Bewegung, ein normales Gewicht, eine vollwertige Ernährung mit wenig Fett und wenig rotem Fleisch. Wer dann auch noch die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, hat die Chance auf ein Leben ohne Krebserkrankung.

Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, lohnt sich für IKK Nord-Versicherte übrigens doppelt. Sie tun etwas für Ihre Gesundheit und können dann auch noch sparen: Nehmen Sie am Bonusprogramm der IKK Nord teil und sichern Sie sich eine attraktive Gesundheitsprämie. Weitere Informationen zum Bonusprogramm.

Unsere Tipps in Kürze

Damit Sie so gesund wie möglich bleiben und so wenige Einschränkungen Ihrer körperlichen und geistigen Beweglichkeit hinnehmen müssen, sind hier noch einmal unsere Tipps in aller Kürze zusammen getragen:

  • Bleiben Sie körperlich aktiv, trainieren Sie Ihre Beweglichkeit und Koordination. So vermeiden Sie Stürze und damit Verletzungen.
  • Sorgen Sie für ausreichende Erholungszeiten in Ihrem Alltag. Damit beugen Sie unnötigen psychischen Belastungen vor, die sich evtl. körperlich auswirken können.
  • Rauchen Sie nicht bzw. hören Sie damit so schnell wie möglich auf. Damit reduzieren Sie Ihr Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krebserkrankungen an Lunge und Darm.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüssen und hochwertigen Ölen. Damit können Sie Gewicht halten bzw. sogar reduzieren und unterstützen ganz nebenbei Ihr Immunsystem.
  • Trinken Sie ausreichend, denn das Durstempfinden lässt im Alter nach. (Mineral-)Wasser, Kräuter- und Früchtetees, Säfte und Schorlen sorgen für ausreichend Flüssigkeit und bringen nebenbei noch Mineralstoffe und Vitamine (frisch gepresste Säfte) mit. Kaffee, schwarzer und grüner Tee sollte eher als Genussmittel in den Tagesplan eingebaut werden.
  • Trinken Sie nur mäßig Alkohol. Denn Alkohol ist nicht nur eine Belastung für die Leber, sondern bringt viele Kalorien mit, die für eine unnötige Gewichtszunahme sorgen.
  • Nehmen Sie die für Sie nützlichen Impfungen wahr, z.B. die jährliche Grippe-Impfung (wird von der Krankenkasse übernommen) und empfohlene Reise-Impfungen. Damit sind Sie weniger anfällig für Krankheiten und deren Folgen.
Linktipps
Senioren-Ratgeber, ein Informationsportal der Apotheken-Umschau:
www.senioren-ratgeber.de
In Form, die Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
www.bmg.bund.de
Frauengesundheitsportal der BZgA - Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
www.frauengesundheitsportal.de
Informationen rund um Sport für Ältere des Deutschen Olympischen Sportbundes:
www.richtigfitab50.de
Pflegethemen bei Netdoktor.de:
www.netdoktor.de