Hygiene als Erkältungsschutz

Hygiene als Erkältungsschutz

Atemwegserkrankungen stehen auf der Liste der Krankmeldungen im Handwerk und Einzelhandel weit oben. Die Fehlzeiten sind zwar in der Regel kurz, doch nicht selten sind im Winter ganze Belegschaften betroffen. Das kann zu erheblichen Störungen im Arbeitsalltag und beispielsweise Kundenservice führen.

Problem lückenhaftes Wissen

Das Problem: Lückenhaftes oder schlicht und einfach falsches Wissen über Ansteckung und Übertragung führt bei vielen Menschen trotz Schutzmaßnahmen zur Schnupfennase.

Natürlich kann niemand mit 100-prozentiger Sicherheit einer Erkältung vorbeugen. Doch wer die Auslöser und vor allem die versteckten Gefahrenquellen kennt, minimiert das Risiko. Erkältungsviren können sich auf mehreren Wegen übertragen. Die häufigsten sind die Tröpfchen- und die Schmierinfektion. Mit bloßem Auge können wir sie nicht sehen, doch Erkältungsviren lauern überall: Auf Türklinken, Geldscheinen und sogar in der Luft.

Übertragungsweg Tröpfcheninfektion

Beim Niesen, Husten oder Sprechen gelangen die Krankheitserreger mit bis zu 160 Stundenkilometern in die Luft und verteilen sich in einem Umkreis von rund zwei Metern. Ein guter Schutz ist deshalb ein Sicherheitsabstand von gut zwei Metern zum Erkälteten einzuhalten. Natürlich haften die Viren auch an benutzten Taschentüchern und breiten sich aus, wenn sie beispielsweise auf dem Schreibtisch liegen oder in den Papierkorb wandern. Taschentücher sollten nur einmalig benutzt werden und danach in einem widerverschließbaren Beutel entsorgt werden.

Übertragungsweg Schmierinfektion

Eine Schmierinfektion wird die indirekte Übertragung von Krankheitserregern durch die Berührung eines Gegenstands genannt. Klassische Ansteckungsfallen lauern überall dort, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen - im Bus, in Kaufhäusern und Großraumbüros. Alles, was von Hand zu Hand geht, also Türklinken, Geldscheine usw. stellt eine große Infektionsquelle dar. Die Viren überstehen bis zu 17 Tage auf glatten Flächen und Geldscheinen. Der häufigste Übertragungspunkt sind die Hände. Durchschnittlich berührt jeder Mensch bis zu 16 Mal pro Stunde mit den Händen das Gesicht. Mit ihnen fassen wir im Minutentakt Gegenstände an, auf denen Krankheitserreger lauern können. Über den Griff zur Nase oder zum Mund gelangen sie dann an die Schleimhäute der Atemwege und können dort eine Infektion auslösen. Die wichtigste und effektivste Vorbeugung gegen Erkältungsviren ist deshalb regelmäßiges Händewaschen.

Ansteckungsfallen

Inhaltsübersicht der Aufzählung
FahrstuhlGroßraumbüro
RolltreppeWartezimmer
Bus und BahnHändetrocknen
  • Fahrstuhl
    Aufgrund der engen Fahrstuhlkabine ist ein Schutz vor Erkältungsviren kaum möglich, wenn sich zeitgleich eine erkältete Person dort aufhält. Wenn es möglich ist, sollte die Treppe genutzt werden, um das Erkältungsrisiko zu verringern.
  • Rolltreppe
    Die Handläufe von Rolltreppen gehören zu den größten Infektionsquellen. Im Minutentakt werden sie von Kunden berührt und jeder hinterlässt, wenn auch unsichtbar, seine Spuren. Deshalb sollten die Handläufe möglichst häufig desinfiziert werden oder am besten werden diese gar nicht erst angefasst.
  • Bus und Bahn
    Auf Halte- und Türgriffen haften Millionen von Krankheitserregern, denn diese werden täglich von Hunderten von Menschen berührt. Deshalb: Handschuhe tragen oder hinterher gründlich die Hände waschen oder desinfizieren. Handdesinfektionsmittel gibt es auch zur Mitnahme für unterwegs. Sie sind in Apotheken und Drogerien erhältlich.
  • Großraumbüro
    Hier ist die Ansteckungsgefahr am größten. Die klimatisierte Luft in Büros trocknet Mund- und Nasenschleimhäute aus und macht diese anfällig für Krankheitserreger. Hauptübertragungsweg ist übrigens das Händeschütteln. Um sich nicht mit Erkältungsviren anzustecken, sollten die Hände häufig gewaschen werden. Eine weitere Schutzmaßnahme ist sich selbst zu trainieren, dass man nicht mit den Händen unbewusst das Gesicht berührt. Weitere Tipps: Gebrauchtes Geschirr sollte jeder selbst in die Spülmaschine stellen, um andere Kollegen vor Ansteckung zu schützen. Die Türklinken sollten möglichst oft gereinigt werden.
  • Wartezimmer
    Das Risiko sich in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus anzustecken ist vergleichsweise gering. Hier gibt es bereits Hygienespender für die Handdesinfektion. Wer diese benutzt, minimiert sein Ansteckungsrisiko. Durch das Handdesinfizieren alleine ist die Gefahr vor einer Erkältung aber nicht gebannt. Sobald eine erkältete Person in eine der beliebten Zeitschriften niest, können die Erkältungsviren, zum Beispiel über das Auge, in den Körper gelangen. Besser ist es ein gutes Buch zum Lesen mitzubringen, um die Wartezeit zu verkürzen.
  • Händetrocknen
    Beim Händetrocknen sollte darauf geachtet werden, dass anstelle eines Luftstromgebläses ein Papierhandtuch genutzt wird. Die Keimzahl auf der Oberfläche ist bei Papierhandtüchern 1000 Mal geringer als auf einem Luftstromgebläse. Durch Papierhandtücher werden Keime und Viren gebunden. Luftstromsysteme verteilen sie dagegen bis zu 2 Meter weit in den Raum.

Die gleichen Schutzvorkehrungen helfen auch zur Vorbeugung gegen Grippe. Im Gegensatz zur Erkältung kann hier zusätzlich mit einer Impfung Vorsorge getroffen werden. Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter dem Themenspecial Grippe.

Selbsthilfe aus der Küche

Wenn es Sie nun doch erwischt hat, alle Vorsorge nicht ausreichend war, müssen Sie leider abwarten, bis die Erkältung (fast) von allein verschwindet. Denn die Regel „Mit Arzt sieben Tage, ohne Arzt eine Woche“ beschreibt recht gut den Zeitraum, den eine Erkältung zum Abklingen benötigt. Die Erkältungssymptome lassen sich in der Zeit gut mit Hausmitteln aus der Küche lindern - allerdings nur solange, wie aus der Erkältung keine Grippe geworden ist. Denn in dem Fall sollten Sie sich unbedingt ärztlich behandeln lassen.

  • Gegen eine beginnende Erkältung hilft es, der Erkältung „einzuheizen“. Dicke Socken, warme Decke und ein heißer Tee bringen den Körper zum Schwitzen. Das sorgt dafür, dass die Krankheitserreger „ausgekocht“ werden, es wird also erhöhte Temperatur - ähnlich Fieber - künstlich hergestellt. Der Tee sollte dann aus Holunderblüten, Lindenblüten oder Salbei aufgebrüht werden und evtl. mit Honig gesüßt werden. Diese Blüten unterstützen ebenfalls die Abwehr der Erkältung.
  • Wen eine verstopfte Nase und Kopfschmerzen plagen, der kann mit Kamille inhalieren. Dafür in eine Schale mit sehr heißem Wasser Kamillenextrakt aus der Apotheke oder Kamillenblüten geben und für etwa 10 Minuten den heißen Dampf einatmen. Ein Handtuch über den Kopf und die Schüssel gelegt, sorgt dafür, dass der Dampf für Sie ganz allein bleibt und nicht im Raum verdampft.
  • Hartnäckiger, festsitzender Husten lässt sich mit Hilfe von Lindenblüten- oder Thymianauszug lösen. Außerdem hilft Zwiebelsirup gegen Husten: Zwiebeln würfeln, mit Zucker bestreuen und eine Weile stehen lassen. Der Saft, der sich daraus bildet, enthält viel Vitamin C und ätherische Öle, die den Husten lösen.
  • Eine selbst gekochte Hühnersuppe ist das Allzweck-Mittel gegen Erkältung: Sie wärmt von innen und löst festsitzenden Husten und Schupfen. Die Hühnersuppe bereiten Sie wie folgt zu: Eine große Zwiebel, eine mittlere Stange Lauch, eine mittelgroße Sellerie, eine Hand voll Möhren putzen und würfeln. Ein Suppenhuhn mit kaltem Wasser aufsetzen, das vorbereitete Gemüse und die Petersilie hinzu geben, salzen, pfeffern, aufkochen und etwa 90 Minuten köcheln lassen. Das Huhn herausnehmen, das Fleisch klein schneiden und wieder in die Suppe geben. Gekochte Suppennudeln hinzufügen und abschmecken. Pro Tag zweimal einen Teller von dieser Suppe genießen - das schmeckt wie früher zuhause und hilft sehr gut beim heilen.

Weiterführende Informationen

  • Weitere Hausmittel gegen Erkältung finden Sie bei Gesundheit.de unter www.gesundheit.de.
  • Was Erkältungen von einer Grippe unterscheidet und wie sie behandelt werden, finden Sie bei NetDoktor.de unter www.netdoktor.de.

Fotohinweis: © Lasse Kristensen panthermedia.net