Jugendgesundheit

Jugendgesundheit

Als junger Mensch hat man kein einfaches Leben: Eltern, Schule, Konfirmationsunterricht, Ausbildung - überall bekommt man zu hören, was man zu tun und zu lassen hat. Wann man wo sein soll und was man dort zu tun hat. Und wenn das nun gerade mal nicht passt, dann gibt es Ärger. Dabei gibt es doch so viel im Leben zu entdecken und auszuprobieren.

Dumm nur, dass so manche Dinge zwar interessant sind aber auch ungesund - und zwar nachhaltig. Die Folgen von "Sex, Drugs and Rock ’n' Roll" können sich auch erst Jahre später zeigen. Ein paar Hinweise zusammen mit passenden Linktipps gibt es dazu hier schon mal, über die Ihr Euch mit Euren Freunden in der realen und der Web-Welt unterhalten könnt.

Pubertät

Die Stimme verändert sich, Arme und Beine werden länger, mit dem Sport klappt es plötzlich nicht mehr so gut und die Haut verändert sich auch. Vielen Jugendlichen sind diese und andere Veränderungen erst mal peinlich. Glück hat, wer sich darüber mit guten Freunden austauschen kann. Wenn man merkt, dass sich auch andere mit den gleichen Problemen beschäftigen (müssen), dann ist alles längst nicht mehr so peinlich und kann sogar eine spaßige Seite haben.

Mit dem Erwachsen-Werden kommen auch die ersten Freiheiten: allein shoppen gehen, die ersten Diskobesuche und Jugendreisen ohne die Eltern sind nur einige davon.

Apropos Eltern: Eure Eltern müssen sich auch erst an ihre wieder gewonnene Freiheit gewöhnen und dass sie ihren Tag nicht mehr vollständig mit Euch zu planen brauchen. Sie benötigen längere Zeit, bis sie endlich aufhören, sich ständig Sorgen um Euch zu machen. Ihr solltet Euren Eltern das Leben und das Abnabeln deshalb etwas einfacher machen, indem Ihr Euch verantwortungsvoll Eurem Körper gegenüber verhaltet.

Abhängen oder lieber Bewegung

Schule und Ausbildung sind anstrengend. Wer sich den ganzen Tag konzentrieren soll, ist nach getaner Arbeit erst mal völlig geschafft. Meist kommt danach hier bei uns im Norden noch ein längerer Nachhauseweg dazu - und damit ist der Nachmittag schon fast vorbei. Kein Wunder also, dass dann "Chillen" allerhöchste Priorität hat. Ist für den Anfang auch völlig OK. So richtig frei bekommt Ihr den Kopf aber erst mit ein bisschen Bewegung: Mit dem Hund raus, "Skateboarden" oder ab zum Fußballtraining - das schafft Luft und vertreibt müde Gedanken. Und anstatt über Facebook und Co. mit den Freunden zu chatten trefft Euch direkt mit ihnen. Bei der Gelegenheit kann man dann ja auch noch den neuesten Klatsch aus dem Freundeskreis austauschen oder einen Teil der Hausaufgaben gemeinsam erledigen.

Burger und Co.

Der Treff im Burger-Restaurant gehört nach der Schule, dem Sport oder abends nach dem Kino bei Vielen einfach dazu. Wer aufpasst, sammelt die Gutscheine, die per Anzeigenblatt ins Haus geliefert werden oder ab und zu an der Tankstelle zu bekommen sind. Damit kann man fürs gleiche Geld oftmals die doppelte Portion Burger, Pommes und Cola bekommen.

Ab und zu ist gegen solch eine „schnelle Mahlzeit“, denn nichts anderes meint „Fast Food“, nichts einzuwenden. Doch wer sich häufiger damit satt ist, riskiert im Laufe der Zeit Übergewicht. Denn insgesamt enthält das Essen in Burger-Restaurants zumeist zu viel Fett und die Getränke zu viel Zucker. Speziell junge Leute brauchen aber für ihren wachsenden Körper Eiweiß, hochwertige Öle und viele Vitamine und Mineralstoffe. Die sind in Burgern, Pommes und Co. kaum enthalten. Zudem wird man davon nicht wirklich satt.

Kochen mit Freunden ist dann die bessere Wahl: Mit viel Spaß können gemeinsam frische Lebensmittel verarbeitet und neue Kombinationen ausprobiert werden. Ein frisch gebratener Burger im knackigen Vollkornbrötchen, dazu ein Salat mit Körnern, Sprossen und Hirtenkäse und ein Cocktail aus frisch gepressten Säften schmecken superlecker und machen fit.

Das Burger-Rezept gibt es folgend schon mal zum Ausprobieren und eine Reihe von Cocktail-Rezepten findest Du in unserem Themenspecial Trendgetränke.

Vollkornburger (10 Stück)
10 Hamburger-Patties herstellen aus 500g gemischtem Hack, 1 kleine Zwiebel gewürfelt, 1 Ei, Pfeffer, Salz.
Die Zutaten werden gut durchgemischt, zu flachen Buletten geformt und in Rapsöl gebraten. Die fertigen Buletten müssen vollständig durchgebraten sein, das dauert seine Zeit.
Weizenvollkornbrötchen werden aufgeschnitten und mit fettreduzierter Remoulade oder Joghurt-Creme bestrichen. Auf die untere Hälfte kommen ein Blatt Eisbergsalat, eine Scheibe Tomate und einige Ringe Gemüsezwiebel. Darauf kommt die Bulette. Mit der oberen Brötchenhälfte abdecken. Guten Appetit!
Eine Variante: Probiert doch mal Bio-Rinderhack für den Burger - das schmeckt viel kräftiger und verträgt sogar eine feurige rote Soße statt der Remoulade.
Nährwertangaben*
Pro Burger:
406 kcal (1699 kJ),
26g Kohlenhydrate,
4,8g Eiweiß,
0,9g Fett
*Je nachdem, wie schwer das Brötchen ist und welches Gemüse Ihr für die Zubereitung verwendet, können diese Angaben schwanken.

Shisha

mNeue gesetzliche Regelung
Seit April 2016 ist der Verkauf von E-Zigaretten und Shishas an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten.
Das Verkaufsverbot ist seit dem 1.4.2016 im Jugendschutzgesetz geregelt.

Die Shisha kreist in vielen Gruppen von Oberstufenschülern - weil es angeblich cool ist und als harmloser angesehen wird als Zigarettenrauch. Zigaretten zu rauchen nimmt seit der Einführung von Rauchverboten in öffentlichen Gebäuden, selbstverständlich auch in Schulen und auf Schulhöfen, etwas ab. Stattdessen wird oftmals zuhause die Shisha probiert: Es zählt das Gruppenerlebnis, wenn das Mundstück von einem zum anderen weiter gegeben wird.

Wie funktioniert denn nun Shisha rauchen? Eine Shisha besteht aus einem Glasbehälter, der mit kaltem Wasser gefüllt wird, und einer Rauchsäule. Der auf dem Glasbehälter befestigte Tabakkopf wird mit speziellem Tabak gefüllt.

Durch einen langen Schlauch und ein daran befestigtes Mundstück wird der Tabakrauch mit einem "blubbernden" Geräusch erst durch das Wasser gesogen, wo er abkühlt und anschließend eingeatmet.

Shishatabak ist ganz normaler Tabak, der mit fruchtigen Aromen versetzt wird und durch eine Melasse feucht gehalten wird, was die immense Rauchbildung verursacht. Durch den angenehmen Duft und die fruchtigen Aromen schmeckt das Shisha-Rauchen besonders jungen Menschen.

Durch seinen vielfach als angenehm empfundenen Geschmack und zusätzlich durch das Gemeinschaftserlebnis wird Shisha rauchen häufig für die jungen Leute zum Einstieg ins Zigaretten rauchen.

Beim Shisha-Rauchen wird, wie auch beim Rauchen von Zigaretten, Nikotin inhaliert. Doch Nikotin ist alles andere als harmlos - es ist ein hochwirksames Zellgift, das zudem süchtig macht. Daneben, darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hin, werden mit dem Wasserdampf auch Schwermetalle und weitere Schadstoffe aus dem Tabak gelöst und eingeatmet. Die Schleimhäute werden gereizt, die Lunge leidet.

Und noch etwas lässt die Shisha zum Problem werden: Während das Mundstück der Shisha von einem zum anderen weitergegeben wird, können ansteckende Krankheiten wie Herpes oder Erkältungskrankheiten übertragen werden. Damit ist der gesundheitliche Schaden größer als der Spaß.

Alkohol

Zur Konfirmation gibt es mit elterlicher Erlaubnis das erste Glas Sekt. Viele Jugendliche hatten aber schon weit vorher ersten Kontakt zum Alkohol. Zunächst sind es die soften Mischgetränke, später der Vollrausch bis hin zum Komasaufen. Dass Alkohol ein starkes Zellgift ist, wird dann schnell vergessen. Schließlich gehört Alkohol in manchen Fällen zum Leben der Eltern dazu - und bei Ihnen merkt man ja nichts.

Im Einzelnen: Alkohol wird über die Schleimhäute im Magen-Darmtrakt aufgenommen und über die Blutbahnen im ganzen Körper verteilt. Dabei kommt er auch im Gehirn an und sorgt dort für einige Turbulenzen. Zuerst wirkt er anregend auf die Nerven und dann betäubt er sie. Am Schluss wird der Alkohol in der Leber abgebaut und in seine chemischen Einzelteile zerlegt.

Doch die Leber kann nur eine begrenzte Menge Alkohol auf einmal abbauen, es kommt zu einem Stau des Alkohols im Blut und damit auch an den Nerven und im Gehirn. Die Folgen davon sind Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Störungen in der Sprache. Wer einen Vollrausch hat, weiß nicht mehr, wo er ist, und wer dann noch mehr Alkohol trinkt, droht zusammen zu brechen. Die Leber kommt mit dem Abbau des Alkohols nicht mehr nach und eine Alkoholvergiftung ist nicht mehr weit.

Das Gehirn und die Organe von Jugendlichen wachsen noch. Sie sind besonders anfällig für Schäden durch Alkohol. Ein Alkoholschaden kann unter Umständen ein Leben lang nicht wieder vollständig vom Körper repariert werden. Zurück bleiben beispielsweise eine Sehschwäche oder eine verlangsamte Auffassungsgabe und/oder ein Leberschaden.

Leistung bringen

Wer in Schule, Ausbildung oder Studium leistungsfähig sein will, braucht eine Menge Energie. Diese Energie - so gaukelt die Werbung vor - bekommt man auf besonders schnelle Weise mit Energy Drinks oder Energy Shots. Hauptbestandteile sind darin Koffein, welches auch im Kaffee und Tee steckt, und Zucker. Koffein wirkt anregend auf die Nerventätigkeit, Zucker ist Energie für die Zellen, und in dieser Kombination trägt der Zucker das Koffein schnell an die Nervenenden, um dort seine Wirkung besonders schnell zu entfalten.

Viele dieser Getränke werden mit einem Warnhinweis versehen, nicht mehr als eines dieser Produkte pro Tag davon zu trinken. Denn als Nebenwirkungen des Koffeins können Magenbeschwerden, Unruhezustände, Einschlafstörungen oder Kopfschmerzen auftreten. Speziell bei jungen Menschen können Reizbarkeit, Nervosität oder sogar Angstzustände die Folge einer für sie zu hohen Koffeindosis sein. Wer zu viele dieser und anderer süßer Getränke trinkt riskiert auf Dauer außerdem übergewichtig zu werden.

Eine deutlich bessere und vor allem kostengünstigere Alternative sind: eine gesunde Ernährung, Ausgleichsbewegung möglichst an frischer Luft und viel Schlaf. Dann klappt es auch mit der nächsten Prüfung.

Liebe und Verhütung

Sex ist gesund, macht Spaß und entspannt. Damit das auch für Euch so bleibt, ist Verhütung ein zentrales Thema: Verhütung vor ungewollter Schwangerschaft und Verhütung vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Ungewollt schwanger zu werden, wenn gerade erst die Schule beendet ist, ist nicht nur für die Mädchen eine große Belastung. Innerhalb weniger Wochen muss eine Entscheidung gefällt werden, die weitreichende Folgen hat: Will ich das Kind bekommen? Kann ich es versorgen? Kann ich dabei auf meine Familie bauen? Wer hilft mir sonst noch? Kann ich mit Kind meine Ausbildung und/oder mein Studium erfolgreich zu Ende bringen? Hält die Beziehung zum Partner diese Belastung aus? Und natürlich die Frage: Hält der Körper des Mädchens eine Schwangerschaft überhaupt aus? Denn die neun Monate Schwangerschaft verlangen viel vom noch wachsenden Körper der jungen Mutter.

Ein fast noch schwerwiegenderes Thema ist die Verhütung vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Hepatitis, Gonorrhö (umgangssprachlich als Tripper bekannt), Syphilis oder HIV sind nur einige der schweren Krankheiten, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Auch Herpes und Vaginalwarzen werden auf diesem Weg übertragen. Allen gemeinsam ist, dass sie meist erst recht spät erkannt werden. Bei einigen dieser Erkrankungen müssen anschließend lebenslang Medikamente eingenommen werden. Wer unter solchen Krankheiten leidet, verliert damit ein Stück seiner Lebensqualität - auch wenn heute beispielsweise eine HIV-Infektion nicht mehr automatisch mit einem zu frühen Tod endet. Wer mehr über die Verhütung sexuell übertragbarer Krankheiten wissen möchte, findet bei www.machsmit.de aktuelle und umfangreiche Hintergrundinformationen.

Jugenduntersuchung J1

Während der Kinderzeit war es ganz selbstverständlich, regelmäßig zum Kinderarzt zu gehen - darauf haben die Eltern schon geachtet. Dort wurdet Ihr von oben bis unten angeschaut, vermessen, gewogen und geimpft. Das war mehr oder weniger angenehm. So langsam wurdet Ihr größer, der Körper veränderte sich und der Kinderarzt ist jetzt nicht mehr so richtig für Euch, oder?

Die regelmäßige Kontrolle ist immer noch wichtig: Ist der Impfschutz in Ordnung? Gibt es irgendwelche Stellen auf der Haut, die unangenehm sind und behandelt werden müssen? Hattet Ihr schon die erste Regelblutung oder die erste Ejakulation? Habt Ihr schon mal Alkohol getrunken oder Zigaretten geraucht? Alles das könnt Ihr mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen. Ihr könnt alle Fragen stellen, die Ihr vielleicht nicht mit Euren Eltern besprechen möchtet. Nehmt diese Chance wahr, mehr über Euren Körper und Eure Gesundheit zu erfahren.

Leistungen der IKK Nord

Die gesetzlichen Krankenversicherungen bieten Euch alles, was Ihr für Eure Gesundheit benötigt: Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und natürlich auch Medikamente und Therapien, wenn Ihr mal krank seid. Die IKK Nord bietet Euch darüber hinaus noch mehr: Prämien im Rahmen des Bonusprogramms. Wenn Ihr also regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt und beim Zahnarzt besucht, dann winken Euch entweder Sachprämien oder Zuschüsse zu einer zusätzlichen Vorsorgeuntersuchung (J2) oder einer professionellen Zahnreinigung. Welche Sachprämien es gibt, das erfahrt Ihr aktuell bei Eurem nächst gelegenen IKK Nord-Servicecenter.

Weiterführende Informationen

  • Informationen über Krankenversicherung für junge Leute, Gesundheit und Livestyle findet Ihr im Online-Jugendportal unter www.your-spleens.de.
  • Spezielle Informationen zum Thema Rauchstopp und Tipps, wie Ihr mit dem gesundheitsschädlichen Rauchen aufhört, findet Ihr bei unserem Themenspecial Rauchstopp.
  • Alkoholfreie Cocktail-Rezepte findet Ihr bei unserem Themenspecial Trendgetränke.
  • Was Alkohol mit Eurem Körper macht, das könnt Ihr auf www.null-alkohol-voll-power.de nachlesen.
  • Wie man sich auch ohne große Kochkenntnisse etwas Leckeres selbst zubereiten kann, findet Ihr auf www.jungekueche.de.
  • Alles Wissenswerte rund um Liebe, Sex und Verhütung findet Ihr auf www.loveline.de.
  • Wer hilft Euch, wenn Ihr (trotz Verhütung) ein Baby erwartet oder schon Eltern seid, aber noch in der Schule oder Ausbildung seid? Antworten auf Eure Fragen und Hilfestellungen findet Ihr auf www.schwanger-unter-20.de.
  • Jede Menge sportliche Freizeitangebote gibt es in den Sportvereinen in Eurer Nähe. Welche Vereine welche Angebote haben, findet Ihr bei den Landessportverbänden.

Fotohinweis: © auremar panthermedia.net (Jugend und Sport), © Werner Heiber panthermedia.net (Gesunde Ernährung für Jugendliche)