Krank durch Smartphone und Co.

Krank durch Smartphone und Co.

Die ausdauernde Nutzung von Smartphone und Tablet-PC wurde in einer Studie* als Ursache für Nacken- und Kopfschmerzen beschrieben. Die Studie aus dem Klinikum für Wirbelsäulenchirurgie und Rehabilitation prägte dabei den Begriff „Handy-Nacken“. Doch nicht nur der „Handy-Nacken“ ist ein Problem der modernen Kommunikationsmittel, sondern auch der „Maus-Arm“ und der „SMS-Daumen.“

Belastungen

Dauernde und/oder immer wiederkehrende Bewegungen führen dazu, dass die Muskeln und Gelenke belastet werden. Fehlen die Gegenbewegungen und Ruhephasen, dann verspannen die Muskeln und die Gelenke können unter Umständen ihren Bewegungsradius einbüßen.

In der oben genannten Studie wurde festgestellt, dass Nutzer von Smartphones regelmäßig wenigstens eine Stunde täglich ihr Smartphone nutzen. Dabei halten sie den Kopf leicht nach vorn gebeugt. Bei dieser Kopfhaltung lastet mehr als das eigentliche Gewicht des Kopfes auf der Nackenmuskulatur: Ein Kopf wiegt normalerweise 4 bis 6 kg, wird er nach vorn gebeugt, lastet ein Vielfaches des Gewichts auf dem Nacken. So errechneten die Forscher, dass nur bei einer leichten Beugung der Nacken schon 12 kg Gewicht aushalten muss. Bei einer starken Beugung können es mehr als 25 kg Gewicht werden - so viel wiegt ein 7-jähriges Kind! Kein Wunder, wenn sich unter diesem Gewicht die Nackenmuskulatur schmerzhaft bemerkbar macht. Die Folge von dauernden Nackenbelastungen können Schmerzen im gesamten oberen Rücken sowie Kopfschmerzen sein.

Ähnlich verhält es sich beim „Maus-Arm“: immer wiederkehrende Bewegung bei der Arbeit mit dem Mauszeiger am Bildschirm sorgt für Verspannungen im Handballen und Unterarm. Sehnenreizungen und Schmerzen im Arm sind die Folge. In vielen Fällen können die Schmerzen nach langjähriger Maus-Bedienung nur durch eine Operation gelindert werden.

Verhältnismäßig jung ist auch der „SMS-Daumen“: Wer häufig und viel auf dem Smartphone schreibt, nutzt zumeist die Daumen zum Tippen. Dabei werden hauptsächlich die Strecksehnen und die Daumengrundgelenke belastet - eine Entzündung der Sehnenscheiden ist die unangenehme Folge der Viel-Tipperei. Besonders junge Leute sind hier betroffen.

Vorbeugen

legen. Damit gibt man den Muskeln in Hals und Händen die Chance, sich zu erholen. Hilfreich sind dazu Bewegungen, die die verspannten Muskeln dehnen und auch mal vorsichtig überstrecken.

Die Hände und Unterarme können mit folgenden Dehnungsübungen entlastet werden:

  • einen Arm nach vorn strecken, dabei die zeigt die Handinnenflächen nach oben, dann die ausgestreckte Hand nach unten kippen, sodass die Fingerspitzen zum Boden zeigen, evtl. mit der anderen Hand die Dehnung vorsichtig verstärken
  • wird diese Übung umgekehrt ausgeführt, also mit der Handinnenfläche nach unten und dann die Hand in Richtung des Fußbodens geführt, dann werden die Muskeln auf der Außenseite des Unterarms gestreckt und entspannt
  • die Arme auf eine Tischkante stützen, dabei die Hände so drehen, dass die Fingerspitzen in Körperrichtung zeigen; dann das Gewicht vorsichtig nach hinten verlagern, sodass eine Dehnung in den inneren Unterarmen gespürt wird

Zur Entlastung der Hals- und Nackenmuskulatur schlägt die IKK Nord-Bewegungsexpertin folgende Dehnungsübungen vor:

  • zunächst den Kopf aufrichten - stellen Sie sich dabei vor, dass Sie wie eine Marionette von ihrer Schnur am Kopf hochgezogen werden
  • den Kopf im Halbkreis von einer Schulter zur anderen bewegen, dabei entweder das Kinn auf einer Höhe belassen oder vor der Brust absenken den Kopf soweit zur Seite zu neigen, bis ein leichter Zug entsteht.

Die Bewegungen sollten langsam ausgeführt werden, damit sich die verspannten Muskeln daran gewöhnen können. Die Dehnungen sollten eine kleine Weile gehalten werden, beispielsweise so lange wie es dauert, langsam bis 10 zu zählen.

Schmerzen lindern

Regelmäßige und vielfältige Bewegung ist das beste Mittel gegen Muskelverspannungen. Die Bewegungsexperten der IKK Nord empfehlen, sich täglich auf verschiedene Weise zu bewegen, um die Muskeln zu kräftigen und die Gelenke zu mobilisieren. Dabei ist es wichtig, so viel Bewegung wie möglich in den Alltag einzubauen. Für die Verbesserung der Beweglichkeit sind Sportarten wie Yoga, Thai Chi oder Pilates sehr gut geeignet. Gleichzeitig eignen sich diese Sportarten für die geistige und körperliche Entspannung. Bei der Kräftigung der großen Muskelgruppen helfen beispielsweise Fahrradfahren, Treppe steigen und die Übungen mit dem Rubberband.

Weiterführende Informationen

Fotohinweis: © Daniel Garcia panthermedia.net

* Quelle: Kenneth K. Hansraj, New York Spine Surgery & Rehabilitation Medicine, New York: Assessment of Stresses in the Cervical Spine Caused by Posture an Posiiton of the Head