Sonnenschutz für gesunde Haut

Sonnenschutz für gesunde Haut

Sechs Sonnenschutzregeln

Wer sich im Frühjahr in seinem Garten aufhält oder an einem Sonnentag einen langen Spaziergang macht, denkt nicht unbedingt an Sonnenschutz. Doch gerade im Frühjahr ist die Luft oft noch sehr kalt und die Sonne hat schon richtig viel Kraft. Da gibt es schnell einen Sonnenbrand auf der Nase, im Nacken oder auf den Unterarmen. Der erste Sonnenbrand im Jahr wird meist nicht so ernst genommen, er ist ja auch normalerweise am nächsten Tag einer leichten Bronzetönung gewichen. Doch die Haut vergisst nichts! Sie merkt sich jede Rötung und reagiert nach übermäßiger Sonnenbestrahlung im schlimmsten Fall sogar mit Hautkrebs. Das muss nicht sein! Deswegen geben wir Ihnen hier ein paar Tipps, wie Sie die Sonne im heimischen Garten, am Strand oder im Urlaub ohne unangenehme Folgen genießen können.

  1. Ziehen Sie sich an
    Die 4 H - Hut, Hose, Hemd und Hoher Lichtschutzfaktor - sind der beste Schutz gegen die Sonne. Aber: Kleidung bietet keinen kompletten Schutz, denn Baumwolle lässt etwa 6 Prozent des Lichtes durch, im nassen Zustand sogar 20 Prozent. Zusätzlich gilt: Eine Sonnenbrille mit geeignetem UV-Schutz für die Augen tragen!
  2. Nehmen Sie reichlich Sonnencreme
    Als Faustregel gilt: 25 Milliliter Sonnenschutzmittel werden pro Ganzkörperanwendung benötigt - das entspricht ungefähr einem Schnapsglas voll. Nase, Ohren, Fußrücken und Schultern reagieren besonders früh auf Sonne und wollen gut geschützt werden. Aber welcher Lichtschutzfaktor sollte verwendet werden? Hier gibt es für jeden Hauttyp den passenden. Erfahren sie mehr auf der Seite Hauttyp und Lichtschutzfaktor.
  3. Immer wieder nachcremen
    Wer im oder am Wasser spielt, tobt oder spazieren geht, wäscht mit der Zeit die Sonnencreme ab. Und auch wasserfeste Sonnenmilch ist nicht beliebig lange wasserfest. Bei über 25 Minuten Aufenthalt im Wasser, z.B. beim Schnorcheln, sollten Sie sich unbedingt zusätzlich mit Kleidung schützen. Das gilt natürlich besonders für Kinder, die beim Spielen am Wasser ohnehin die Zeit vergessen. Nach dem Abtrocknen muss der Lichtschutz wieder erneuert werden, denn durch Baden, Schwitzen und Abrubbeln wird die Sonnencremeschicht und damit der Lichtschutz zerstört.
  4. Der Lichtschutzfaktor hält nur begrenzte Zeit
    Die Haut kann sich nur etwa 10 bis 20 Minuten lang selbst vor den Folgen von Sonnenstrahlung schützen. Spätestens dann muss der Lichtschutzfaktor aus der Flasche wirken. Deswegen cremen Sie sich etwa 10 Minuten, bevor Sie in die Sonne gehen, ein. Danach gilt: Höhe des Lichtschutzfaktors mal 15 Minuten - dann sollten Sie aus der Sonne gehen. Bei Lichtschutzfaktor 10 bedeutet das, dass der Aufenthalt in der Sonne spätestens nach zwei-einhalb Stunden zu Ende sein muss. Um nicht zu verbrennen, ist erneutes Eincremen zwecklos und es hilft nur noch eines: Ab in den Schatten.
  5. Meiden Sie die Mittagssonne
    Halten Sie sich in der Mittagszeit möglichst im Haus oder zumindest im Schatten auf. Gönnen Sie Ihrer Haut in der Zeit des höchsten Sonnenstandes von 11.00 bis 15.00 Uhr eine Mittagspause.
  6. Schatten schützt am besten
    Wenn Sie im Urlaub in den Süden reisen, bleiben Sie in den ersten Tagen möglichst im Schatten, tragen Sie aber trotzdem immer einen, Ihrem Hauttyp entsprechenden, Sonnenschutz auf. Und wer in unseren Breiten im Garten arbeiten möchte, der ist ja nicht unbedingt auf Sonnenschein angewiesen. Auch bei Wolken verhangenem Himmel lässt es sich gut umpflanzen, hacken und jäten. Hat es Sie nun trotz allem Schutz erwischt und Sie haben einen Sonnenbrand, was sollten Sie tun? Lesen Sie weiter auf der Seite Sonnenbrand - was tun?.

Vorbräunen im Solarium

Das tagsüber einfallende Sonnenlicht besteht neben dem sichtbaren Licht und dem Infrarotanteil (Wärmestrahlen) überwiegend aus ultravioletter Strahlung der Sorten A und B, abgekürzt UV-A und UV-B.

Die UV-B-Strahlen sind kürzer und energiereicher als die UV-A-Strahlen. Sie verursachen die spät eintretende, jedoch lang anhaltende Bräunung. Dabei wird im Laufe der Zeit, das braucht etwa zwei bis drei Wochen, eine so genannte Lichtschwiele aufgebaut, die bei genügender Ausbildung tiefere Hautschichten vor weiteren UV-Schäden schützt. Allerdings sind sie auch für die Entwicklung des Sonnenbrandes verantwortlich und gelten damit als Risikofaktor für die Entstehung des schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom).

Das langwelligere und damit energieärmere UV-A-Licht bewirkt eine Sofortpigmentierung der Haut, die aber nicht lange anhält. Außerdem sind UV-A-Strahlen nicht in der Lage, eine Lichtschwiele aufzubauen.

Da die Sonnenliegen der Solarien überwiegend mit UV-A-Strahlung ausgestattet sind, vermögen sie keine Lichtschwiele zu bilden, die vor einem Sonnenbrand schützen könnte. Vielmehr täuscht hier die Sofortpigmentierung einen nicht vorhandenen Sonnenschutz vor.

Unser Fazit: Solariumbräune bringt keinen zusätzlichen Lichtschutz für die Haut. Sie erhöht nur die persönliche UV-Bilanz und kostet Geld.

Achtung: Anfang 2010 ist das „Gesetz zur Regelung des Schutzes vor ionisierender Strahlung“ in Kraft getreten. Danach dürfen Minderjährige Solarien in Sonnenstudios oder in sonstigen öffentlich zugänglichen Räumen nicht mehr benutzen.

Sonne und Arzneimittel

Viele Medikamente können die Lichtempfindlichkeit der Haut und der Augen steigern. Dazu zählt beispielsweise Johanniskraut, das in Arzneimitteln zur Behandlung von depressiven Verstimmungen verwendet wird. Die Folge eines ungeschützten Aufenthaltes in der Sonne sind dann Blendungen und Sonnenbrand bis hin zu Verbrennungen. Ein paar weitere Beispiele:

  • Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac,
  • Anti-Babypillen, die u.a. die Wirkstoffe Mestranol, Norethynodrel oder Diethylstilbestrol enthalten, sorgen bei längerer Sonneneinstrahlung zu fleckiger Pigmentierung der Haut,
  • Medikamente, die bei Fettstoffwechselstörungen eingesetzt werden, mit den Wirkstoffen Fenofibrat und Clofibrat,
  • viele Antibiotika, besonders Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline und hier besonders das Doxycyclin, das u.a. häufig zur Behandlung von Atemwegserkrankungen eingesetzt wird, ebenso Cinoxacin gegen Harnwegsinfekte,
  • harntreibende und entwässernde Arzneimittel mit den Wirkstoffen Hydrochlorothiazid oder Furosemid,
  • Arzneimittel gegen Herz-Kreislauferkrankungen mit dem Wirkstoff Amiodaron oder Chinidin,
  • Rheumamittel mit den Wirkstoffen Benoxaprofen, Piroxicam, Carprofen, Tiaprofensäure, Naproxen oder Ketoprofen,
  • manche Arzneimittel, die bei Diabetes eingesetzt werden, lassen die Haut bei Sonne unangenehm reagieren.

Selbst pflanzliche Arzneimittel können die Haut bei starker Sonneneinstrahlung gereizt reagieren lassen: Neben dem Johanniskraut wirken auch Arnika und Baldrian irritierend auf die Haut.

Wer Medikamente einnehmen muss, sollte den Beipackzettel aufmerksam lesen und gegebenenfalls solange auf intensive Sonnenbäder verzichten, wie die Medikament eingenommen werden müssen. Weitere Informationen zum Sonnenschutz erhalten Interessierte auch in der Apotheke vor Ort.

Duftstoffe in Kosmetikprodukten zählen ebenso zu den Stoffen, die Hautirritationen auslösen können. Wer also empfindliche Haut hat oder allergisch auf Kosmetikbestandteile reagiert, sollte besonders umsichtig beim Sonnenbad sein.

Egal, ob Sie nur einfach eine empfindliche Haut haben oder Medikamente einnehmen, wer seine Haut ausreichend schützt hat mehr vom Sommer. Leichte, luftige Kleidung und ein Hut sind der beste Sonnenschutz. Wer auf Bräune nicht verzichten möchte, sollte sich unbedingt seinem Hauttyp entsprechend mit Sonnenschutzmitteln eincremen und den Sonnenschutz immer rechtzeitig erneuern.

Sonnenschutz auf der Baustelle

Besonders in der Mittagshitze drohen Verbrennungen. Für den Schutz Ihrer gesunden Haut sollten Sie folgende Tipps berücksichtigen:

  • Die Haut braucht Zeit, um ihren eigenen Schutz gegen die Sonnenstrahlen, die so genannte Lichtschwiele, aufzubauen. Bei dunkelhäutigen Menschen geht das zwar schneller als bei hellhäutigen - doch für alle gilt: besonders an den ersten Sonnentagen nur kurz in die pralle Sonne.
  • Bei klarem Himmel und mittags zwischen 11.00 und 15.00 Uhr ist die Sonneneinstrahlung am stärksten. Dann sollten Arbeiten im Schatten vorgezogen werden. Die Mittagspause sollte an einem schattigen Plätzchen genossen werden.
  • Bei Arbeiten in der Sonne sollte möglichst Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen getragen werden. Dabei hält ein altes T-Shirt die Sonnenstrahlung besser ab als ein neues, da durch das Waschen der Stoff schon etwas verfilzt und damit dichter geworden ist.
  • Alle freien Hautpartien sollten mit einem hohen Lichtschutzfaktor eingecremt werden.
  • Mit einem Hut schützen Männer mit wenig oder sehr kurzem Haar ihre Kopfhaut - und gehen ganz nebenher einem Sonnenstich aus dem Weg.
  • Auch die Augen sind gegen die UV-Strahlen empfindlich - eine Sonnenbrille sollte zur persönlichen Schutzausrüstung im Sommer gehören.
  • Trinken Sie mehr als üblich - drei Liter (Mineral-)Wasser sollten es tagsüber schon sein, damit Sie den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen wieder ausgleichen.

Hautkrebs nach Sonneneinstrahlung wird inzwischen für bestimmte Berufsgruppen wie eine Berufskrankheit behandelt. Informationen dazu gibt es bei der zuständigen Berufsgenossenschaft.

Service der IKK Nord

Für die Hautkrebs-Vorsorge bietet die IKK Nord ihren Versicherten ein regelmäßiges Hautkrebs-Screening an. Alle Versicherten ab 16 Jahren können sich alle zwei Jahre kostenfrei auf Veränderungen der Haut untersuchen lassen.

Fotohinweis: © Dzianis Miraniuk panthermedia.net (Sonnenschutz mit Sonnencreme), Fotohinweis: © Simone Diedrich panthermedia.net (Arbeiten in der Sonne)